
Die beträchtliche Größe des historisch gewachsenen Baukomplexes des Münchner Stadtmuseums ist erst aus der Luft erkennbar. Ein riesiges Areal, bestehend aus zwei geräumigen Innenhöfen und eingerahmt von vier höchst unterschiedlichen Bauteilen, ist mit seinem ältesten Gebäude, dem historischen Zeughaus aus dem Jahr 1500, zwar zum St.-Jakobs-Platz hin orientiert, berührt aber auch den Rindermarkt mit dem vom Architekten Gustav Gsaenger Ende der 1950er Jahre errichteten Sammlungstrakt, und den Sebastiansplatz mit dem Nachbau des mittelalterlichen Marstallgebäudes aus dem Jahre 1977. Nicht allein wegen seiner Ausdehnung, auch dank seiner gewaltigen Sammlungen ist das Münchner Stadtmuseum das größte kommunale Museum in Deutschland.
Die Sammlungsbereiche erstrecken sich von Grafik, Plakat und Gemälde zu überwiegend Münchner Themen, über eine der umfangreichsten Mode- und Textilsammlungen, zu Objekten der Volkskunde und Alltagswelt sowie Plastik und Kunsthandwerk bis hin zu einem bedeutenden Bestand an Möbeln u.a. aus der Zeit des Jugendstils (Bruno Paul und Richard Riemerschmid). In der Sammlung Musik sind ist ein Bruchteil des Bestandes an Musikinstrumenten aus Afrika, Asien, Altamerika und Europa ausgestellt. In den Räumen der Sammlung Puppentheater / Schaustellerei wird anhand von Münchner Bühnen und Puppen aus aller Welt die Kulturgeschichte des Puppenspiels veranschaulicht. Die Sammlung Fotografie zeigt Themenausstellungen, Retrospektiven und zeitgenössische Fotografie. Die Bestände dieser Sammlung beherbergen Arbeiten der Fotografen Regina Relang, Hubs Flöter, Philipp Kester, Herbert List, Stefan Moses u.v.m.
Ein besonderer Anziehungspunkt sind die berühmten Moriskentänzer von Erasmus Grasser (1450–1518), die in der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung „Typisch München!“ zu sehen sind. Auf insgesamt 2400 m² zeigt diese Schau rund 400 Objekte, beginnend mit dem alten München über Stationen wie Königreich oder Schwabinger Boheme bis hin zur Olympiade 1972 und der Gegenwart. Die permanente Ausstellung „Nationalsozialismus in München“ informiert über die Entstehung und Ausprägung des Nationalsozialismus in München zwischen 1918 und 1945.
Zum Münchner Stadtmuseum gehört auch das Filmmuseum, das in seinem Kino täglich wechselnde Programme, Retrospektiven, Filmreihen und Stummfilme mit Live-Musik zeigt. In seinem Archiv befinden sich darüber hinaus wichtige Klassiker der Filmgeschichte sowie das Gesamtwerk bedeutender deutscher Filmschaffender und der filmische Nachlass von Orson Welles.