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Ausstellungen

Spiaggia Libera. Serena Ferrario
23.07.2020 - 20.09.2020

"Spiaggia libera" heißen in Italien die Strandflächen, die unbezahlt genutzt werden können und für jeden frei zugänglich sind. Im dem Wort "libera/frei" schwingt für Serena Ferrario aber auch die Ambivalenz des vermeintlich unbesetzten, leeren, von Vorgaben freien und neu zu bespielenden Raumes mit. Themen von Verlust und Erinnerung, von Identität und deren Verortung in der Konstellation unserer Beziehungen spielen im Werk von Serena Ferrario eine zentrale Rolle. In ihren multimedialen Installationen wie in ihrem mehrteiligen Filmprojekt "Ciao Bella" unternimmt Ferrario eine Rückverwurzelung mit der eigenen Geschichte und zugleich eine fortwährend neu in Frage gestellte Positionsbestimmung, die mit einer übergreifenden Identitätsgeschichte im europäischen Kontext verbunden ist.

Thierry Geoffroy. Awareness Muscle Training Center
01.09.2020 - 20.09.2020

Der in Frankreich geborene und in Kopenhagen lebende Künstler Thierry Geoffroy, der auch unter dem Pseudonym Colonel tätig ist, konzipiert für das Museum VILLA STUCK das AWARENESS MUSCLE TRAINING CENTER. Die Einladung an Thierry Geoffroy nimmt ihren Ursprung in der Veröffentlichung von sieben Handlungsfeldern durch den Münchner Kulturreferenten Anton Biebl im Sommer des vergangenen Jahres. Sie beinhalten Themen wie »Demokratie stärken«, »Diversity leben« oder »Digitalen Wandel gestalten« und sollen einen »gemeinsamen Wertekanon für alle Bereiche des Kulturreferats« bilden. Thierry Geoffroy verwendet eine Vielzahl verschiedener Formate, um seine Anliegen dem Publikum zu vermitteln, dazu gehören Videoarbeiten und Installationen genauso wie die CRITICAL RUNS oder die SLOW DANCE DEBATE. Seine bekanntesten Räume sind die EMERGENCY ROOMS, die er unter anderem im New Yorker P.S.1 präsentiert hat. Der Künstler arbeitet grundsätzlich mit einer Vielzahl von Kollaborateuren, natürlich auch mit dem Publikum, um sozialpsychologische Phänomene zu untersuchen.

CUT" (großformatige Druckgrafiken)
24.07.2020 - 20.09.2020

Viel Raum für die Sichtung unterschiedlichster Möglichkeiten eines klassischen Mediums bietet die Rathaushalle in ihrer diesjährigen Sommerausstellung. Das Quartett der Künstler*innen zeigt die ganze Bandbreite von Druckgraphiken im Großformat und lässt die traditionellen Techniken aktuell und zukunftsweisend erscheinen.

Habitat
29.05.2020 - 27.09.2020

Mit seiner Fotoserie "HABITAT“ erforscht der Münchner Fotograf und Grafikdesigner Tom Hegen die Beziehung zwischen Mensch und Natur durch Luftfotografie. Er konzentriert sich dabei auf Landschaften, die durch menschlichen Eingriff verändert wurden. Der Betrachter ist eingeladen, unseren Planeten aus einer neuen Perspektive zu entdecken, die Ausmaße menschlicher Intervention auf der Erdoberfläche zu begreifen und schließlich die Verantwortlichkeit zu erkennen.

Debutantinnen 2020
08.09.2020 - 02.10.2020

Jonah Gebka, Helena Pho Duc, Hennicker-Schmidt (KünstlerInnenduo Melina Hennicker und Michael Schmidt) Der Akzent der Ausstellungsreihe DebutantInnen liegt auf der Förderung junger qualifizierter NachwuchskünstlerInnen, die bereits durch herausragende Arbeiten aufgefallen sind, aber noch am Anfang ihrer Karriere stehen. In der Galerie der Künstler erhalten sie die Möglichkeit, ihre neuesten Werke großzügig zu präsentieren. Das KünstlerInnenduo Hennicker-Schmidt wird eine Arbeit präsentieren, die zusammen mit dem Künstler Andreas Woller entstand. Gefördert wird diese Nachwuchsreihe durch den Bayerischen Staat und die LfA Förderbank Bayern mit der Finanzierung eines jeweils ersten Einzelkatalogs. Diese drei Publikationen erscheinen zur Ausstellung, herausgegeben durch den BBK München und Oberbayern. Vernissage: Dienstag, 08.09.2020, 19 Uhr Ausstellungsdauer: 08.09. - 02.10.2020 Finissage: Freitag, 02.10.2020 // 19 - 22 Uhr open art: 11. - 13. September 2020 www.openart.biz

Feelings. Kunst und Emotion
08.11.2019 - 04.10.2020

Bewegend und berührend, sinnlich und Sinn stiftend – Gefühle offenbaren das Innerste des Menschen. Ob Glück, Freude, Leidenschaft oder Geborgensein, ob Wut, Schmerz, Trauer oder Einsamkeit: Vor allem Gefühle machen uns zu Menschen. Die Ausstellung zeigt Bilder, Objekte, Filme und Räume von Künstlerinnen und Künstlern, die keinen erklärenden Begleittext brauchen und bei den Betrachtern Gefühle durch ihre bloße Existenz auslösen. Kunst, die den Dialog dort beginnt, wo das Menschsein unmittelbar zu treffen ist: im Herzen.

Im Blick: Boxenstop II - Druck Machen
17.09.2020 - 04.10.2020

Mit BOXENSTOP II – DRUCK MACHEN realisiert die Staatliche Graphische Sammlung München in Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste München zum zweiten Mal ein Ausstellungsprojekt mit Studierenden der Akademie. Im Fokus steht diesmal die Lithographie – eine klassische Drucktechnik, welche die jungen Künstler in ihren Werken bis an die Grenzen neu ausloten werden. Das Projekt wird exklusiv für den Vitrinengang der Pinakothek der Moderne konzipiert. Getragen wird das ambitionierte Vorhaben von der gemeinsamen Überzeugung, dass man in einem Haus, das sich der Gegenwartskunst verschrieben hat, selbstverständlich den jungen Kreativen in der Stadt von Zeit zu Zeit über die Schulter schauen will, um hautnah zu erleben, welche künstlerischen Fragen die Talente von morgen bewegen.

Tell me about ̶y̶̶e̶̶s̶̶t̶̶e̶̶r̶̶d̶̶a̶̶y̶ tomorrow
28.11.2019 - 18.10.2020

Die Ausstellung „Tell me about y̶̶e̶̶s̶̶t̶̶e̶̶r̶̶d̶̶a̶̶y̶ tomorrow“ bringt zeitgenössische Kunst in einen Dialog mit der Erinnerungsarbeit des NS-Dokumentationszentrums München. Werke von über 40 internationalen Künstler*innen beschäftigen sich vor dem Hintergrund der historischen Ausstellung mit der Deutung von Vergangenheit und deren Anknüpfung an unsere heutige Zeit. Die zu einem großen Teil neuen Arbeiten öffnen den Blick auf globale Lebensrealitäten, erweitern die deutsche Geschichte um internationale Perspektiven und spannen vielstimmige Erzählungen von Vergangenem und Zukünftigem auf – vermittelt durch die Medien Malerei, Fotografie, Installation, Video oder Performance von Künstler*innen unterschiedlicher Generationen, aus der Zeit des Nationalsozialismus bis heute. Dabei handelt es sich sowohl um ausgewählte künstlerischen Werke aus der NS-Zeit und der letzten Jahrzehnte sowie neue, eigens für diesen Kontext entworfene Arbeiten.

Ingo Maurer intim. Design or what?
15.11.2019 - 18.10.2020

Ingo Maurer gehört zu den vielseitigsten Lichtgestaltern unserer Zeit. Papier, Porzellan oder Plastikmäuse – er bringt sie zum Leuchten. Von der Glühbirne zu Halogen bis OLED: Ihn interessieren die Entwicklungen und Anwendungen technischer Neuerungen, setzt sich aber auch kritisch, mitunter politisch mit diesen Veränderungen auseinander. Denn die Qualität des Lichts ist für ihn besonders wichtig. Mit Ingo Maurer setzt ein Pionier des Lichtdesigns die Reihe für zeitgenössische Designpositionen in der Paternoster-Halle fort, zu der Die Neue Sammlung – The Design Museum seit 2015 jährlich internationale Protagonisten des Designs einlädt.

Sheela Gowda
31.03.2020 - 18.10.2020

Sheela Gowda (*1957 in Bhadravati, Indien) lebt und arbeitet in Bangalore. Sie studierte Malerei in Bangalore und London. Für ihre Arbeiten verwendet die Künstlerin landesspezifische Materialien, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, ihrer Farbe oder ihres Geruchs eine narrative Atmosphäre erzeugen und zugleich metaphorische Kraft entfalten. Der künstlerische Einsatz von Kuhdung, Kumkum-Pulver, Weihrauch, Kokosfasern, aber auch Haaren, Nadeln oder Fäden verbindet Konnotationen von Alltagsgebrauch mit einer poetischen Aufladung und bezieht sich für die Künstlerin auf das städtische wie ländliche Leben in Indien. Bevor Sheela Gowda sich in den 1990er Jahren Skulptur und Installationen in minimalistischer Formensprache zuwandte, arbeitete sie mit Ölmalerei, in der ihre späteren Themen bereits angelegt waren. Das Alltagsleben der indischen Mittelschicht, Konflikte von Frauen im Arbeits- wie privaten Leben sowie über die Medien vermittelte Bilder politischer und sozialer Spannungen wurden schon früh Gegenstand ihrer gesellschaftskritischen Beschäftigung. Sheela Gowda war bei der Kochi Muziris Biennale 2012, der Venedig Biennale 2009, der documenta 12 und der Lyon Biennale, beide 2007, vertreten. Einzelausstellungen fanden u.a. in Birmingham, Hongkong, Berlin, Dublin, Vassivière, Lund, Eindhoven und Oslo statt, sowie 2019 in Mailand und Valencia. Beteiligungen an Gruppenausstellungen waren u.a. in Mönchengladbach, Beijing, Lyon, Neu-Delhi, London, Bern und Minneapolis. 2014 war sie Finalistin des Hugo Boss Award. Die Ausstellung findet anlässlich der Verleihung des Maria-Lassnig-Preises 2019 an Sheela Gowda statt. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Maria-Lassnig-Stiftung vergeben, um die Leistungen von Künstlerinnen und Künstlern in der Mitte ihrer Karriere zu würdigen.

Mouse on Mars
28.08.2020 - 25.10.2020

Mouse on Mars gilt als eines der eigenwilligsten und bemerkenswertesten Projekte für elektronische Musik in Deutschland. Mit ihrer anarchischen Klangmischung, die zwischen unkontrolliertem Chaos und präzise arrangierten Strukturen oszilliert, haben Jan St. Werner und Andi Toma eine unverwechselbare Musiksprache geschaffen, die sich jedoch nicht auf eine definitive Form festlegen lässt – zu unvorhersehbar sind die unzähligen Modifikationen, die sie kontinuierlich vornehmen. Frei von Denkschulen, Genre-Konventionen und den Zwängen des Musik-Establishments arbeiten sie seit 25 Jahren unter dem Namen Mouse on Mars und zeichnen ihre sehr spezifische Flugbahn durch ein Niemandsland zwischen Pop, Kunst, Club und Musik-Avantgarde. www.mouseonmars.com Für den Kunstbau des Lenbachhauses werden Mouse on Mars eigens eine Sound-Installation entwickeln, die sich mit dem Raum und seiner Architektur auseinandersetzt. Kuratiert von Eva Huttenlauch

Adam, wo bist Du?
31.03.2020 - 25.10.2020

Die Künstlerin Ilana Lewitan zeigt im Sonderausstellungsraum des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst die großformatige Installation "Adam, wo bist Du?". Auf 400 Quadratmetern erkundet Ilana Lewitan in verschiedenen Stationen das Verhältnis von individueller Identität zu Zuschreibungen durch die Umwelt. Wer bin ich? In welche Schemen ordnet mich meine Umwelt ein? Am Beispiel vornehmlich jüdischer Biografien führt die Installation vor, welche wirkmächtigen, häufig gewalttätigen Potentiale Zuschreibungen von Menschen an Menschen enthalten. Überragt wird die Installation durch ein überdimensionales Objekt der passio, des menschlichen Leidens. So steht im Zentrum der Installation die Frage nach der Menschlichkeit des Menschen: "Adam, wo bist Du?".

Schönheit.Stärke.Leidenschaft. Die Plastiken Franz von Stucks in den Historischen Räumen neu präsentiert
01.07.2020 - 25.10.2020

Augen - Blicke - Perspektive: Nähe und Schönheit des Details erlebt man bei keinem anderen Kunstwerk so intensiv wie bei der Skulptur. Dazu bedarf es nicht der Größe des Objekts, sondern der Auseinandersetzung, Empathie und Einfühlung des Betrachters. Sie erfordert Hinwendung und Hinsehen. Anlässlich der Erwerbung der nur in wenigen Exemplaren gegossenen und erhaltenen Plastik "Phryne“ aus dem Jahr 1925 zeigt das Museum VILLA STUCK in den Historischen Räumen seine Sammlung von Plastiken von Franz von Stuck in einer Neupräsentation.

Schmuck in der Pinakothek der Moderne. Die Danner-Rotunde. Neu kuratiert.
03.03.2020 - 31.10.2020

Für die Wiedereröffnung der Danner-Rotunde im Jahr 2020 ist es der Neuen Sammlung gelungen, zwei international renommierte SchmuckkünstlerInnen zur Neu-Kuratierung des Schmucks in der Pinakothek der Moderne einzuladen. Schenkungen und Erwerbungen der letzten fünf Jahre versprechen neue und spannende Konstellationen mit dem Sammlungsbestand.Zum gleichzeitig zu feiernden 100-jährigen Gründungsjubiläum der Danner-Stiftung wird die Eingangssituation der Danner-Rotunde durch die Neonschrift der Kommunikationsdesignerin Yang Liu eine starke Akzentuierung erhalten. Die Aktualisierung des Lichtkonzepts liegt in den Händen der Lichtdesignerin Flavia Thumshirn und „bildwerk art“ ist gefragt, eine digitale Wegführung mit zusätzlichen Informationen zu den Schmuckobjekten für die Besucher zu entwickeln.

Metamorphose
10.12.2019 - 01.11.2020

In erster Linie widmet sich das Museum natürlich der Umwandlung von Gesteinen und den darin enthaltenen Mineralen. So kann aus einem Sand- oder Tonstein durch Umwandlung ein wunderschöner Glimmerschiefer mit Granatkristallen werden. Diesen kennen wir z. B. aus den Tiroler Alpen. Aus Granit mit seinen Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer wird durch erhöhte Druck- und Temperaturbedingungen ein schwarz-weiß gestreifter Gneis, der in seiner Farbgebung einem Zebra gleicht. Durch eine Veränderung von Temperatur und/oder Druck, z. B. bei der Gebirgsbildung, kommen solche Metamorphosen zustande. Wie immer, im Museum Reich der Kristalle, schauen wir über den Tellerrand hinaus und befassen uns auch mit anderen metamorphen Themen. So ist wohl die bekannteste Darstellung der Metamorphose die Umwandlung von Göttern oder anderen Lebewesen in den Erzählungen des Ovid. Hier verwandeln sich, in äußerst kunstvoller dichterischer Sprache, ein Mensch in eine Pflanze, ein Tier oder ein Sternbild. Ovid lässt seine Welt aus dem Chaos entstehen und endet seine Geschichten mit der Verwandlung von Caesars Seele in einen Stern. Ovids Verwandlungsgeschichten finden sich auch in anderer Form in den Märchen wieder. Hier kann es zur Verwandlung vom Frosch in einen schönen Prinzen kommen. Neben der Literatur widmet sich das Museum auch der Metamorphose in der Natur. So durchläuft der Schmetterling mehrere Metamorphose-Stadien von der Raupe, zur Puppe, zum späteren Schmetterling. Aus der Kaulquappe entwickelt sich der Frosch. Zudem ist in der Sonderausstellung auch eine Kunstausstellung zum Thema Metamorphose integriert. Diese ist von Bianca Patricia Isensee. Die Kunstausstellung widmet sich auch dem Thema Metamorphose. Sie zeigt, wie alles im Fluss ist und sich ändert, auch Gesetze; Menschenrechte, Dinge die eigentlich festgelegt scheinen und sich doch mit der Zeit wandeln können.

August Sander. Sardinien 1927
19.05.2020 - 08.11.2020

Wenige Jahre bevor August Sander mit dem Bildband "Antlitz der Zeit“, dem Ankündigungsband zu seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“, bekannt wurde, unternahm er 1927 mit Ludwig Mathar, einem befreundeten Schriftsteller, eine gemeinsame Reise nach Italien. Mehrere Wochen durchstreiften sie die Insel Sardinien, die als geheimnisvolles, unbequemes und geradezu exotisches Reiseziel galt. Für eine geplante, aber nicht realisierte Buchveröffentlichung mit Ludwig Mathar nahm August Sander mehrere hundert Fotografien von Architektur, Landschaft, Menschen und Brauchtum auf. Diese Fotografien stellen ein einzigartiges künstlerisches und ethnografisches Bildzeugnis des „unbekannten Eilands“ (Ludwig Mathar) dar. Die Sammlungspräsentation zeigt etwa 30 Fotografien von August Sander aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde.

Raffael 1520-2020
07.04.2020 - 08.11.2020

Raffael feierte die größten Erfolge seiner Kunst in Rom, wo er vor 500 Jahren starb. Die zahlreichen Tafel-und Wandbilder, die er dort in nur wenig mehr als einem Jahrzehnt vollenden konnte, garantieren bis heute seinen Weltruhm. Als Schöpfer von Bildern vollkommener Schönheit erlangte er vor allem im 19. Jahrhundert Kultstatus. Ludwig I. von Bayern und sein Galeriedirektor Johann Georg von Dillis verehrten ihn als "König von der Mahlerei“. Raffaels 500. Todestag gibt Anlass, an die Geschichte seines Ruhms zu erinnern und zu reflektieren, wie stark er mit seiner Kunst die Bildsprache der neuzeitlichen westlichen Welt prägte. In der Alten Pinakothek, deren Grundstein 1826 an Raffaels Geburtstag gelegt wurde, steht deshalb im Florentiner Saal der Galerie ein frühes Hauptwerk des Meisters im Fokus, die sogenannte „Heilige Familie Canigiani“. Die konzentrierte Sammlungspräsentation zeigt unter fünf Werken der Alten Pinakothek zwei Andachtsbilder Raffaels und lässt dabei die „Heilige Familie Canigiani“ mit einem Gemälde von Friedrich Overbeck aus der Neuen Pinakothek und einer Leihgabe der Bayerischen Schlösserverwaltung, einem Porzellanbild von Christian Adler, in Dialog treten. Mit einer Altartafel von Pietro Perugino und einem Werk von Fra Bartolommeo erinnert die Auswahl zunächst daran, dass die Karriere des 1483 geborenen Raffaelo Sanzio in Umbrien und in der Toskana ihren Anfang nahm. Von 1504 bis 1508 hielt sich Raffael vor allem in Florenz auf und setzte sich sehr kreativ mit den aufsehenerregenden Schöpfungen von Leonardo da Vinci und Michelangelo auseinander. Auf diese Weise konnte er im Wettstreit der Florentiner Maler bestehen und bedeutende Aufträge an sich ziehen. Die „Heilige Familie“ bestellte Domenico Canigiani, ein vermögender Florentiner Tuchhändler und Parteigänger der Medici, anlässlich seiner Hochzeit im Jahr 1507. Bereits vor 37 Jahren, anlässlich von Raffaels 500. Geburtstag, wurde das Gemälde restauriert. Unter einer deckenden Übermalung traten dabei acht auf Wolken schwebende Engel zu Tage. Sinnbildlich erzählen sie von der wechselvollen Geschichte des ersten "Raffaels“ in Deutschland.

Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives
06.03.2020 - 29.11.2020

Franz Erhard Walther (* 1939 in Fulda) – Träger des Goldenen Löwen der Venedig Biennale 2017 - ist eine Schlüsselfigur der Abkehr vom Bild seit der europäischen Nachkriegszeit. Jenseits des klassischen Verständnisses von Skulptur und Malerei formulierte er einen völlig neuen Werkbegriff, der den Betrachter als Akteur mit einbezieht. Bereits in seinem Frühwerk beschäftig Walther sich in unterschiedlichen Medien mit dem Zufälligen und dem Prozessualen als Gestaltungsprinzipien. Gleichzeitig wurde Stoff ein bis dahin ungebräuchliches künstlerisches Material bei Walther zum Innovationsträger, aus dem die Aktivierungsobjekte hervorgingen. Mit dem Schlüsselwerk der Vier Körperformen (1963) wird der Körper zum Motiv. Es entsteht der Erste Werksatz (1963–1969), der aus 58 aktivierbaren Stücken besteht, die den Betrachter in außergewöhnliche zwischenmenschliche Situationen versetzen. Mit ihm erlebt Walther 1969 seinen Durchbruch, als er den Werksatz anlässlich der Ausstellung „Spaces“ im New Yorker MoMA präsentiert. Unter dem Einfluss der Pop Art werden Walthers Textilien zusehends farbiger. In den Wandformationen der 1980er-Jahre erzielt er eine unvergleichbare Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, die sich bis heute fortsetzt.

Alle Zeit der Welt. Vom Urknall zur Uhrzeit
06.12.2019 - 30.12.2020

Wann war der Beginn der Zeit und Raum und warum kann man nur bis fast zum Anfang zurückblicken? Wie tickt die Zeit in Genen, in Gesteinen, unter Baumrinde, in Muschelschalen und Schneckenhäusern? Und in allen Zellen unser Körpers? Woher weiß ein Lebewesen, wann es schlafen sollte oder der Zeitpunkt ist, sich einen Partner zu suchen? Fragen, die sich nicht beantworten lassen, ohne über Zeit zu sprechen. Also reden wir über Zeit … oder besser noch, machen wir sie begreifbar, anschaulich, erlebbar.

Veranstaltungskalender

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