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Ausstellungen

Nationalsozialismus in München
01.01.2015 - 31.12.2020

Die Ausstellung zeigt München als Ausgangsort der Entstehung des Nationalsozialismus und als Parteizentrum. Münchens Verflechtung als Kunst- und Feststadt bei der ästhetischen Programmierung und Verharmlosung des NS-Regimes wird ebenso thematisiert, wie die Bedeutung der Stadt als Medien- und Rüstungsstandort. Ein weiterer Akzent ist auf München als Ausgangs- und Aktionsort von Verfolgung und Widerstand gesetzt. Die Darstellung ist ganz auf München konzentriert. Sie beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und endet mit dem Jahr 1945. Das Konzept orientiert sich an der Frage, was diese Stadt von anderen Städten in Bezug auf den Nationalsozialismus unterscheidet.

Der Blaue Reiter
03.02.2016 - 31.12.2020

Die Besucher_innen treffen im zweiten OG des Lenbachhauses auf den Reichtum der weltweit größten Sammlung aus dem Künstlerkreis des "Blauen Reiter", ergänzt durch eine Auswahl von Hauptwerken des Nachexpressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Nach ihrer produktiven Zusammenarbeit in Murnau und München bildete sich der "Blaue Reiter" um Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin. Die erste Ausstellung des "Blauen Reiter" fand im Winter 1911 in der Münchner Galerie Thannhauser statt. An ihr nahmen auch neue Künstlerfreunde wie August Macke und Heinrich Campendonk teil. Eine zweite Ausstellung im Frühjahr 1912 in der Galerie Goltz in München bezog auch Paul Klee und Alfred Kubin mit ein. Von all diesen Künstlern sind eine Fülle von Werken in der Sammlungspräsentation des "Blauen Reiter" zu sehen.

Typisch München!
06.06.2008 - 31.12.2020

Über 400 Exponate illustrieren Geschichte und Geschicke einer Stadt, die für viele – zu Recht oder zu Unrecht – als einer der bevorzugten Plätze auf der Welt gilt. Dargestellt wird die späte Selbstfindung Münchens als bürgerliche Stadt im Zusammenhang mit dem Stadtjubiläum von 1858, Reizworte wie "Bier"- und "Kunststadt" werden sichtbar, die kulturelle Aufbruchstimmung um 1900, die "Hauptstadt der Bewegung" und das Wiedererstehen der "heimlichen Hauptstadt" in der Zeit des Wirtschaftswunders sind herausragende Stationen dieser Schau. Jeder, zumal jeder Münchner, hat ein ganz bestimmtes Bild von dieser Stadt. Die Ausstellung erwartet Zustimmung und Widerspruch. In fünf historisch gegliederten Abschnitten geht die Ausstellung der Frage nach, was seit wann und vor allem warum typisch ist für München.

I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung
20.03.2018 - 31.12.2020

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus richtete Warhol bereits früh eine Einzelausstellung aus. Das Lenbachhaus war auch der Ort der legendären Begegnung von Warhol und Joseph Beuys. Die Ausstellung "I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung" beginnt mit dieser Geschichte. Klassische Positionen von Andy Warhol, Thomas Bayrle, Ulrike Ottinger und Hannsjörg Voth bilden den Auftakt. Von Sigmar Polkes "German Pop" über Stephen Shores Fotografien nordamerikanischer Vorstädte führt die Ausstellung bis in die Gegenwart des Populären in der Kunst. Mit Werken von Thomas Bayrle, Gerard Byrne, Miriam Cahn, Willie Doherty, Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Bruno Gironcoli, Judith Hopf, Maria Lassnig, Daniel Man, Michaela Melián, Ulrike Ottinger, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Pietro Sanguineti, Stephen Shore, Amy Sillman, Hannsjörg Voth und Andy Warhol.

Joseph Beuys
01.01.2017 - 31.12.2020

Im Februar 1976 installierte Joseph Beuys (1921-1986) im Münchner Kunstforum das Environment zeige deine Wunde (1974/75). Die Erwerbung der Arbeit für das Lenbachhaus im Jahr 1979 war Gegenstand einer öffentlich geführten Diskussion über den Wert von zeitgenössischer Kunst. Der Ankauf wurde als Provokation, aber auch als ein Aufbruch des Hauses in neue Dimensionen des Sammelns begriffen. Erstmals wurde damit ein bedeutendes Kunstwerk erworben, dessen Autor keinen Lebens- oder Arbeitsschwerpunkt in München hatte. Im Januar 1980 richtete Beuys das Environment im ehemaligen Atelierflügel Franz von Lenbachs ein. Er sagte dazu: "In diesem Konzert der Gegenstände spreche nicht ich, sondern die Dinge haben ihre eigene innere Sprache. Das zu erfassen, kann man niemandem abnehmen."

Dauerausstellung Musik
01.01.2008 - 31.12.2020

Die Dauerausstellung der Sammlung Musik präsentiert gerade einmal ein Fünftel der annähernd 6.000 Musikinstrumenten und Klangobjekten der Sammlung, die durch diese Vielfalt weltweit zu den großen Sammlungen ihrer Art gehört. Über die Hälfte dieser Objekte stammen aus nichteuropäischen Ländern. Es ist fast das ganze Spektrum der musikalischen Klangerzeuger nebst ihren Weiterentwicklungen zu finden: vom 2000 Jahre alten iranischen Pferdeglöckchen über das chinesische yangqin-Hackbrett bis hin zum javanischen und balinesischen Gamelan.

Dauerausstellung Puppentheater / Schaustellerei
01.01.2008 - 31.12.2020

Die 1984 auf ca. 2.000 qm eingerichtete Dauerausstellung der Sammlung Puppentheater / Schaustellerei befindet sich im dritten Obergeschoss des Münchner Stadtmuseums. Sie präsentiert einen attraktiven Querschnitt des ansonsten im Depot aufbewahrten Sammlungsgutes und bietet in übersichtlicher Gliederung einen thematisch geordneten Rundgang durch die Puppentheatergeschichte seit dem 19. Jahrhundert. In einem sich daran anschließenden zweiten Areal sind Objekte zur Schaustellerei mit Schwerpunkt “Populäre Vergnügungen“ und „Münchner Oktoberfest“ zu sehen.

Migration bewegt die Stadt. Perspektiven wechseln
21.09.2018 - 03.01.2021

Migration ist der Normalfall einer wachsenden Großstadt und gehört zu München wie der Marienplatz. Seien es die Ziegelarbeiter*innen aus dem Friaul, die den Baustoff für viele der typischen Münchner Gebäude herstellten, die Displaced Persons, die nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso Anteil am Wiederaufbau der Stadt hatten wie andere Bevölkerungsgruppen, oder die „Gastarbeiter*innen“, die einen wesentlichen Beitrag zur industriellen Produktion und zum Städtebau leisteten – sie alle prägten den Alltag und die Kultur Münchens. Sie, ihre Geschichten und ihre Erinnerungen sind auch „Typisch München!“. An Orten wie dem Westend, das sich vom Arbeiterviertel zum Szeneviertel mit einem der höchsten Ausländeranteile in München wandelte, wird das genauso deutlich wie an der gelebten religiösen Vielfalt der Stadt.

Das Malerische
19.11.2019 - 03.01.2021

"Der Satz, dass die gutgemalte Rübe besser sei, als die schlechtgemalte Madonna, gehört bereits zum eisernen Bestand der modernen Ästhetik. Aber der Satz ist falsch; er müsste lauten: Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna.“ Dieses Zitat Max Liebermanns (1916) ist Ausgangspunkt für eine Ausstellung im Lenbachhaus, die untersucht, was und vor allem wie die Künstlerinnen und Künstler im 19. und frühen 20. Jahrhundert gemalt haben. Die Präsentation widmet sich der Frage, was „gut gemalt“ bedeutet, und untersucht verschiedene Aspekte des Malerischen. Dazu gehören beispielsweise das Tempo beim Malen, das Glück des Anfängers, Zuschreibungsfragen, Farbverbote und die Suche nach einer reinen Malerei: So schuf Lovis Corinth in nur drei Tagen einen riesigen gemalten Blumenstrauß als Geburtstagsgeschenk für seine Frau. Als Franz von Stuck begann, mit Ölfarben zu experimentieren, notierte er auf der Vorderseite des gelungenen Bildes stolz "mein erstes Ölgemälde“ - für sich wie für die Nachwelt. Ein virtuos hingeworfenes, unsigniertes Frauenporträt könnte sowohl von Wilhelm Busch wie von Franz von Lenbach stammen, die beide in jungen Jahren sehr ähnlich malten. Wer denkt, dass Landschaftsmaler doch ein ganz besonderes Faible für die Farbe "Grün“ haben müssten, wird sich darüber wundern, dass reines Grün aus der Tube als "Spinat“ verspottet wurde. Wilhelm Leibl schließlich interessierte nur das "Wie“, nicht das "Was“; Leibls Streben nach dem „Reinmalerischen“ inspirierte seinen Kollegen Carl Schuch zu einem radikal vereinfachten Stillleben mit Lauch

Danner-Preis 2020. Zur Feier des 100-jährigen Grundungsjubiläums der Danner-Stiftung
14.10.2020 - 05.01.2021

Im Jahr 1920 gründete Therese Danner im Gedenken an ihren 1917 verstorbenen Ehemann Benno eine deutschland-, wenn nicht gar europaweit einzigartige Stiftung: Die Benno und Therese Danner'sche Kunstgewerbestiftung zur Förderung des Kunsthandwerks in Bayern – besser bekannt als die Danner-Stiftung. Aus diesem Anlass werden erstmals die Preisträger des seit 1984 in dreijährigem Rhythmus vergebenen Danner-Preises auf Einladung der Neuen Sammlung in einer Ausstellung unter dem Glasdach der Pinakothek der Moderne zu sehen sein. Ihre Arbeiten werden gemeinsam mit bislang kaum bekannten Objekten aus der 100-jährigen Sammlungsgeschichte der Danner-Stiftung gezeigt.

Unsterbliche Götter und Helde. Barocke Ölskizzen der Sammlung Reuschel
18.02.2020 - 10.01.2021

Merkur und Apoll, Odysseus und Orpheus sind schillernde Gestalten der Antike. Die faszinierenden Taten von Bewohnern des griechisch-römischen Götterhimmels und von Heroen alter Geschichten faszinieren bis heute. Wie die Berichte von Gelagen im Olymp inspirierten sie seit jeher die Fantasie bildender Künstler. Ölskizzen namhafter barocker Maler aus der Sammlung Reuschel führen solche Szenen aus Mythos und Geschichte auf eindrucksvolle Weise vor Augen. Bisher nicht gezeigte Meisterwerke aus diesem Bestand flankieren nun das Bild von der seit 60 Jahren dem Bayerischen Nationalmuseum anvertrauten Sammlung des Münchner Bankiers Wilhelm Reuschel (1893–1979), die mit 45 Werken dauerhaft präsent ist. Einzeldarstellungen wichtiger Protagonisten des antiken Mythos in Porzellan, Bronze und Elfenbein ergänzen die gerahmten Meisterwerke und veranschaulichen die spannende Rezeption antiker Stoffe im 18. Jahrhundert. Das Begleitprogramm zur Studioausstellung wird von der Reuschel-Stiftung gefördert.

Hund, Katze, Maus. Tiere in der Antike
30.06.2020 - 10.01.2021

Hunde und Katzen sind die Tiere, mit denen wir uns heute am häufigsten umgeben. Sie sind treue Begleiter sowie Spielkameraden und verschaffen eine emotionale Bindung. Die große Sonderausstellung „Hund, Katze, Maus – Tiere in Alltag und Mythos“ in den Staatlichen Antikensammlungen in München führt Erwachsene und Kinder in eine vergangene Welt, in der der Umgang mit Tieren in manchen Bereichen ähnlich war wie heute, in anderen Bereichen aber auch ganz verschieden. Tiere begleiten die Menschen schon immer. Sie wurden von ihnen zuerst gejagt und später als Nutztiere domestiziert, um schließlich im Einzelfall zum Haustier zu werden. In der Ausstellung wird das Verhältnis von Mensch und Tier in der Zeit der griechischen, etruskischen und römischen Antike an Hand von herausragenden Objekten beleuchtet.

Max Beckmann / Omer Fast. What can you see
08.10.2020 - 10.01.2021

Ausgangspunkt und Zentrum des neuen Filmprojekts WHAT CAN YOU SEE von Omer Fast (*1972 Jerusalem) bildet ein zeichnerisches Hauptwerk Max Beckmanns (1884 1950) aus dem Jahr 1917, das die Sammlung jüngst erwerben konnte. Kein zweites Mal wird Max Beckmann so schonungslos wie in diesem Selbstbildnis seinen zeitweiligen psychischen und physischen Verfall dokumentieren. Es beschreibt rückblickend seine Kriegserlebnisse aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und deren posttraumatische Folgen und fördert mit graphischen Kürzeln von ergreifender Bestimmtheit seine subkutanen emotionalen Erschütterungen in der Oberfläche der Gesichtslandschaft zutage. Omer Fast wird diese Leere und das Drama zwei Kriterien, die für seine eigene Arbeit unabdingbar sind zum Thema einer filmischen Annäherung machen. Man kann bei seinem filmischen Capriccio damit rechnen, dass die Betrachtenden am Ende des Closed Circuit nicht mehr sicher sein können, auf welcher Seite des Dramas sie sich befinden. Die Ausstellung bildet den Auftakt zu einer Trilogie in den kommenden Jahren, die substanzielle Arbeiten Max Beckmanns auf Papier aus dem Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung zeitgenössischen Künstlern zu einem Dialog zur Verfügung stellt. Beckmanns Welttheater wird exemplarisch in zeitgemäße künstlerische Diskurse gesetzt und bietet damit dem Publikum an, Max Beckmann als einen Künstler kennenzulernen und zu erleben, der uns auch im 21. Jahrhundert viel zu sagen hat.

Die Architekturmaschine
14.10.2020 - 10.01.2021

Computer sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob im Büro, an der Kasse im Supermarkt oder im heimischen Wohnzimmer – Bits und Bytes stecken mittlerweile in fast allen technischen Geräten. Auch im Architekturbüro ist der Computer heute Standard und hilft sowohl beim Design als auch in der Visualisierung neuer Projekte. Er hat sich zu einer “Architekturmaschine” entwickelt. Die Ausstellung wirft erstmalig im deutschsprachigen Raum einen umfassenden Blick auf die Entwicklung des Digitalen in der Architektur. Von den Anfängen in den 1950er und 60er Jahren bis heute erzählt das Architekturmuseum diese spannende Geschichte in vier Kapiteln und präsentiert den Computer als Zeichenmaschine, als Entwurfswerkzeug, als Medium des Geschichtenerzählens und als interaktive Kommunikationsplattform. Die grundlegende Frage dahinter ist einfach: hat der Computer die Architektur verändert und wenn ja, wie?

Reflex Bauhaus 40 Objects – 5 Conversations
01.02.2019 - 17.01.2021

Die Neue Sammlung zeigt anlässlich des 100-jährigen Geburtstags des Bauhauses eine Ausstellung, die die gegenwärtige Bedeutung der Reformschule bespricht und auf die eigene historische Verbundenheit mit dem Bauhaus hinweist.Erstmals werden historische Objekte aus dem eigenen Bestand in München gezeigt. In Kooperation mit dem Künstler Tilo Schulz entsteht eine Rauminstallation, die 40 historische Objekte und fünf zeitgenössische Rezeptionen miteinander verschränkt. Die Künstlerinnen und Künstler - die Designerin Ayzit Bostan, die Lyrikerin Barbara Köhler, die Architektin Anupama Kundoo, der Komponist Junya Oikawa und die Künstlerin Sofie Thorsen – sind eingeladen, eine eigenständige Arbeit durch den Dialog mit je einem Bauhaus-Objekt zu entwickeln

Ready to go! Schuhe bewegen
15.11.2019 - 17.01.2021

Die Schau bietet einen Rundgang mit kulturhistorischen und soziologischen Aspekten, wobei anhand von ca. 500 Paar Schuhen immer wieder die Emotionen im Vordergrund stehen, die entsprechende Fußbekleidung hervorrufen kann. Der Schuh als Statussymbol dient dem Träger/der Trägerin als auch den Betrachtern gleichermaßen als bewundernswertes Objekt. Absatzschuhe des Barock und Rokoko erhöhten ihre Träger demonstrativ über das einfache Volk. Heute machen Designerschuhe von Dior, Ferragamo, Manolo Blahnik, Christian Louboutin oder Stuart Weitzmann glücklich. Schuhe fungieren als Machtsymbol oder als Zeichen bzw. Statement einer Gruppenzugehörigkeit. Hier kommen Boots aus der Raver-Gothic- Szene zu Wort. Die Bedeutung der Fußbekleidung für die Gender-Thematik schlägt den Bogen von der knabenhaften Frau in Budapestern zur damenhaften Drag Queen in High Heels.

Danner-Preis 2020. Zum 100-jährigen Jubiläum der Danner-Stiftung
15.10.2020 - 17.01.2021

Im Jahr 1920 gründete Therese Danner im Gedenken an ihren 1917 verstorbenen Ehemann Benno eine deutschland-, wenn nicht gar europaweit einzigartige Stiftung: Die Benno und Therese Danner’sche Kunstgewerbestiftung zur Förderung des Kunsthandwerks in Bayern – besser bekannt als die Danner-Stiftung. Aus diesem Anlass werden erstmals die PreisträgerInnen des seit 1984 in dreijährigem Rhythmus vergebenen Danner-Preises auf Einladung der Neuen Sammlung in einer Ausstellung unter dem Glasdach der Pinakothek der Moderne zu sehen sein. Ihre Arbeiten werden gemeinsam mit bislang kaum bekannten Objekten aus der 100-jährigen Sammlungsgeschichte der Danner-Stiftung gezeigt.

Astrid Klein
20.07.2020 - 17.01.2021

Der deutschen Künstlerin Astrid Klein (*1951) wird anlässlich der großzügigen Erwerbung von fünf Fotoarbeiten über die Michael & Eleonore Stoffel Stiftung eine Einraumpräsentation in der Pinakothek der Moderne gewidmet. Es ist die erste institutionelle Einzelschau ihres Werkes in München seit 1989. Astrid Klein zählt zu den stärksten Stimmen der deutschen Gegenwartskunst, die sich mit politischen, historischen sowie emotionalen Themen der westlichen Leistungsgesellschaft auseinandersetzt. Die neu erworbenen Werke kreisen um tradierte, zudem von Film und Werbung verbreitete Beziehungsklischees und knüpfen damit an die bereits im musealen Bestand vorhandenen zwei Werke an. In der Präsentation der nun gewichtig erweiterten Sammlung werden Komponenten von Macht und Aneignung untersucht, die sowohl einzeln als auch kollektiv empfunden werden.

Glänzende Propaganda. Die metallene Stimme des Papstes
12.05.2020 - 17.01.2021

Die Ausstellung ist den Medaillen des Heiligen Stuhls gewidmet. Der Begriff Medaille kommt vom italienischen Wort medaglia, das sich von lateinisch metallum ableitet. Unter einer Medaille versteht man eine Schau- oder Denkmünze, die jedoch im Unterschied zum umlaufenden Münzgeld nicht als Zahlungsmittel, sondern als Erinnerungsstück dient. Die erste Medaille auf einen Papst wurde von Andrea Guazzalotti auf den Tod Nikolaus’ V. im Jahr 1455 geschaffen. Die wichtigste Neuerung in der Geschichte der päpstlichen Medaillenproduktion fand unter Paul V. (1605–1621) statt. Er institutionalisierte die Ausgabe einer Jahresmedaille (Medaglia annuale), die bis heute am Peter und Pauls-Tag, dem 29. Juni, verteilt wird. In den metallenen Verlautbarungen dieser Schaustücke spiegelt sich wie in einem Brennglas das für den Heiligen Stuhl bedeutsamste Ereignis des jeweiligen Jahres wider. Ihr historischer Quellenwert ist dementsprechend hoch, wurde aber bislang kaum erforscht. Mit dem Ausdruck wird die päpstliche Regierung bezeichnet, also der Heilige Vater, die Kardinalskongregation und die Kurialbehörden. Sitz der Regierung ist der Vatikan mit Peterskirche und den umliegenden Verwaltungsgebäuden. Seit dem 6. Jh. führt der Bischof von Rom den Papsttitel. Nach der Entscheidung des Ersten Vatikanischen Konzils (1869/70) umschließt der Primat des Papstes die volle und höchste Regierungsgewalt in Sachen des Glaubens und der kirchlichen Ordnung. Nach 1870 wurde die Rolle des Heiligen Stuhls neu geschrieben. In den Kriegen der Neuzeit waren die Päpste als Landesherren stets Partei gewesen. Nach dem Verlust des staatlichen Territoriums konnten die folgenden Päpste das Profil des Heiligen Stuhls als neutraler Akteur und Friedensvermittler neu modellieren. So ist der Heilige Stuhl seit Ende des 19. Jhs. eine feste Größe in der internationalen Politik, gewissermaßen als unparteiisches moralisches Weltsubjekt.

Slawomir Elsner
12.05.2020 - 07.02.2021

Slawomir Elsners (geb. 1976) zeichnerische Auseinandersetzung mit zwei zentralen Gemälden aus dem künstlerischen Umkreis des Blauen Reiter ist eng verwoben mit seiner eigenen künstlerischen Annäherung an die Frage, warum manche Kunstwerke bedeutender, berühmter und bekannter erscheinen mögen als andere. Wer schreibt die Kunstgeschichten; was wird darin aufgenommen und was bewusst oder unbewusst anderweitig verortet; wer ist "Star" in einer Sammlung, einer Ausstellung oder einer Hängung; und besitzen diese Fragen an und die Kategorisierung von künstlerischen Arbeiten überhaupt noch Relevanz? Alexej von Jawlenskys Gemälde "Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff" von 1909 ist eines der bekanntesten und beliebtesten Werke in der Sammlung des Blauen Reiter im Lenbachhaus, während Marianne von Werefkins "Der Tänzer Alexander Sacharoff" aus dem gleichen Jahr in der Fondazione Marianne von Werefkin in Ascona zu Hause ist und erstmals in der Ausstellung "Lebensmenschen" 2019/20 hier vor Ort zu sehen war. Direkt eingebunden in die Sammlung Blauer Reiter des Lenbachhauses lassen Elsners präzise und mit spitzem Stift gezeichnete Arbeiten die verschwommene Erinnerung an die Originalvorlage bewusst aufleben, die im Fall von Jawlenskys Gemälde lediglich an einer anderen Stelle im Museum hängt, und im Fall von Werefkins Arbeit bis Februar diesen Jahres 2020 hier ausgestellt war.

Veranstaltungskalender

< Juli - 2020 >
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