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Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli
29.04.2021 - 25.07.2021

Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli Die Ausstellung "Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli“ berührt Themen des Mensch-Seins: Weltenschöpfung und Erlösung, Vision und Utopie, Missbrauch und Versöhnung, Sinn und Wahnsinn. Auf mehr als 25.000 Seiten verknüpft der Künstler und Weltenschöpfer Adolf Wölfli (1864-1930) Zeichnung, Dichtung und Komposition zu einem inspirierenden Gesamtkunstwerk. Auf zwei Etagen der historischen Künstlervilla Franz von Stucks wird eine Auswahl von 70 Arbeiten von Adolf Wölfli aus der Sammlung der Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern, gemeinsam mit 70 Werken weiterer Weltenschöpfer präsentiert, u.a. Arbeiten von Hans (Jean) Arp, Joseph Beuys, William S. Burroughs, VALIE EXPORT, Anselm Kiefer und Constance Schwartzlin-Berberat.

Mobile Kinderwelten
29.10.2020 - 27.07.2021

Mobilität prägt unser Leben von Kindesbeinen an: Roller, Tretauto und Co. sind fester Teil der Kindheit und spiegeln zugleich die Welt der Erwachsenen. Waren die ersten Spielmobile noch handgefertigte Prestigeobjekte, so förderten industrielle Produktion und neue pädagogische Ansätze vor allem nach 1945 ihren flächendeckenden Einzug in die Kinderzimmer.

Die Sonne um Mitternacht schauen
29.09.2020 - 01.08.2021

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München präsentiert Werke der Gegenwartskunst, die seit 1958 bis heute entstanden sind. Das früheste Werk ist ein Gemälde von Maria Lassnig, die in den 1950er Jahren eine gegenstandslose Malerei verfolgte. Mit ihrer körperbetonten Gestik nahm sie Entwicklungen des Abstrakten Expressionismus vorweg. Später schrieb sie Kunstgeschichte durch die Einführung der "Körperbewusstseinsmalerei“, mit der sie ihren eigenen Körper und Geschlechterfragen auf der Leinwand thematisierte. Seit den 1960er Jahren sind VALIE EXPORT und Friederike Pezold im feministischen Kunst-Diskurs aktiv und sind bekannt für ihre radikalen Performances, Videos und Fotografien. Meist stellten sie sich selbst in den Fokus und bezogen die Öffentlichkeit in Debatten über den weiblichen Körper und den männlichen Blick ein. Das Lenbachhaus hat früh feministische Positionen in Ausstellungen gezeigt und für die Sammlung erworben. Fragen von Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und deren Verhältnis zueinander beschäftigten in den 1970er Jahren die Künstler des kanadischen Kollektivs General Idea, zu dem AA Bronson gehörte; später war die AIDS-Krise zentrales Thema ihrer Kunst. Die Fotografinnen Barbara Klemm und Helga Paris dokumentieren seit den 1960er/70er Jahren die sich wandelnde politische und soziale Wirklichkeit im geteilten Deutschland, deren Protagonisten persönliche und gesellschaftliche Identitäten, Feminismus und Emanzipation sowie das Leben in Familien und Nachbarschaften sind. Sehr persönlich und auf sich bezogen, aber immer das Gesellschaftliche im Blick, geht die Fotografin Cindy Sherman mit dem Thema ihres Körpers, Geschlechterfragen, der Konstruktion von Identität und dem für sie damit verbundenen Schrecken um. Eine junge Position zum Thema Identitätsbildung, Humanität und Sexualität vertritt Tejal Shah, deren hier gezeigtes Werk erstmals bei der documenta 13 im Jahr 2012 zu sehen war.

Anish Kapoor – Rotunde 20/21
16.09.2020 - 15.08.2021

Mit vier Museen zu Kunst, Graphik, Architektur sowie Design unter einem Dach gehört die Pinakothek der Moderne zu den größten Sammlungshäusern Europas. Das Zentrum des Hauses ist die gläserne Rotunde, die als lebendiger Ort der Begegnung dient. Seit 2019 wird die Rotunde regelmäßig alternierend mit einem ortsspezifisch geschaffenen Werk bespielt. Anish Kapoor zählt zu den weltweit einflussreichsten Bildhauern der Gegenwart. Für die Rotunde im Mittelpunkt der Pinakothek der Moderne hat der Künstler auf Einladung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eine ortsspezifische Skulptur geschaffen, die zum 16. September 2020, exakt 18 Jahre nach Eröffnung der Pinakothek der Moderne, installiert wird. Kapoors Werk wird dem Betrachter ein neues Erlebnis des Raumes ermöglichen und für elf Monate einen Fixpunkt im Münchner Kunstareal schaffen.

KAISER 75
12.09.2020 - 31.08.2021

Er wurde als Spieler und Trainer Weltmeister, feierte mit seinem FC Bayern historische Titel – und gilt als Botschafter des deutschen Fußballs in der Welt. Die anlässlich seines 75. Geburtstages konzipierte Sonderausstellung KAISER 75 im FC Bayern Museum führt den Sportler sowie den Menschen Franz Beckenbauer zu einem beeindruckenden Gesamtbild zusammen. Die Kindheit des „Kaisers“ in München Giesing, sein Leben in den USA sowie die aktive Zeit beim FC Bayern werden ebenso thematisiert wie sein heutiger Alltag in Salzburg. Liebevoll ausgewählte Exponate sowie Anekdoten zahlreicher Wegbegleiter bieten gleichzeitig Resümee und Ausblick. Besonders der exklusive Ausstellungsfilm, in dem die Brüder Franz und Walter Beckenbauer als Protagonisten auftreten, setzt große Emotionen frei. Der FC Bayern möchte mit der Ausstellung gleichzeitig "Herzlichen Glückwunsch“ und "Danke“ sagen, die Liebe zum Detail sieht man ihr an. Besucher des Vereinsmuseums haben bis 31.08.2021 die Gelegenheit, Beckenbauer so privat wie nie zu erleben.

Mouse on Mars. Spatial Jitter
12.06.2021 - 12.09.2021

Jan Werner und Andi Toma haben mit Mouse on Mars eine unverwechselbare Musiksprache geschaffen. Ihre Klangversionen lassen sich zwischen unkontrolliertem Chaos und präzise arrangierten Strukturen einordnen. Über drei Monate hinweg verwandelt Mouse on Mars den Kunstbau in ein riesiges Raumklanginstrument. Das Duo gilt als eines der eigenwilligsten und bemerkenswertesten Projekte für elektronische Musik aus Deutschland.

Lee Mingwei: 禮 Li, Geschenke und Rituale
13.05.2021 - 12.09.2021

Das Museum VILLA STUCK zeigt vom 13. Mai bis 12. September 2021 die Ausstellung "Lee Mingwei: 禮 Li, Geschenke und Rituale". Zu sehen sind Installationen und Performances der letzten 30 Jahre, mit denen der Künstler Rituale des Schenkens und Beschenktwerdens in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellt – zentral ist dabei die aktive Einbindung des Publikums. Lee Mingwei, dessen Arbeiten mit dieser Ausstellung zum ersten Mal in München präsentiert werden, stellt die Kunst als transformatives, immaterielles Geschenk dar. Persönliche Begegnungen sind dabei häufig Ausgangspunkt für Projekte, bei denen Lee Mingwei seiner Faszination für das Schenken von Zeit und Hingabe, Ausdruck verleiht. Der Rolle des Gastgebers und der Gastgeberin räumt der Künstler einen besonderen Stellenwert ein.

Zeitgenössische Kunst im globalen Dialog
21.05.2021 - 19.09.2021

Spätestens seit dem Jahr 2020 spüren wir, dass heute alle alles gleichermaßen betrifft. Die Bilder, die tagtäglich um die Welt gehen, erreichen jede*n von uns. Aber verstehen wir Bilder deshalb überall gleich? Verändert sich möglicherweise unser Bildbewusstsein, unser Verständnis von Kunst im 21. Jahrhundert? Im Austausch mit der kuratorischen Perspektive aus einem nicht-westlichen Kulturraum entsteht eine Sammlungspräsentation zeitgenössischer Kunst, die hinsichtlich Werkauswahl, Display und Vermittlungsansätzen die Konventionen und Mechanismen der bisherigen Museumsarbeit in den Blick nimmt und weiterentwickelt.

Look at this
21.05.2021 - 19.09.2021

Die Ausstellung LOOK AT THIS lädt ein zu einer kritischen Reflexion der vielfältigen Beziehungen zwischen Kunstwerk, Publikum, Raum und Institution. Gleichzeitig hinterfragt die Schau fest etablierte (westliche) Sichtweisen. LOOK AT THIS fragt: Was wird ausgestellt und in welcher Form? Welche Rolle übernimmt der Raum dabei? Welche Bewertungen und Zuschreibungen sind damit verbunden? Welche Abhängigkeiten und Machtstrukturen treten zutage? LOOK AT THIS zeigt Werke unterschiedlichster Medien von insgesamt 30 internationalen Künstler:innen aus den vergangenen fünf Jahrzehnten, u. a. Kristina Buch, Magdalena Jetelová, Victor Leguy, Nam June Paik, Gerhard Richter, David Shrigley, Andreas von Weizsäcker. Die Ausstellung ist eine dialogische Auseinandersetzung zwischen den Kuratoren Folakunle Oshun (Lagos) und Bernhart Schwenk (München). Sie macht die Wahrnehmung von Kunst und die Vielfalt der Perspektiven zum eigentlichen Thema der Ausstellung. Der Prozess wird von einem Filmprojekt begleitet.

Erwin Olaf
14.05.2021 - 26.09.2021

In den Niederlanden gehört Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste umfangreiche Einzelausstellung in Deutschland. Ausgewählte Fotografien, Kurzfilme, Skulpturen und Multimedia-Installationen aus fast vierzig Schaffensjahren zeigen Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er-Jahre zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er. Für seine Bilder erschafft Olaf eine bis ins kleinste Detail inszenierte Welt, die unserer zum Verwechseln ähnlich sieht, aufgrund ihrer Künstlichkeit jedoch rätselhaft erscheint. Dabei sind die Werke mit ihrer aus Film- und Werbeindustrie entlehnten Ästhetik nur vordergründig makellos-plakativ, tatsächlich werden in ihnen Fragen nach Demokratie, Gleichberechtigung oder Selbstbestimmung behandelt. Olaf nutzt Klischees und Stereotype, um mit ihnen die Macht der Bilder in unserer Gesellschaft zu hinterfragen – manchmal humorvoll, immer ästhetisch, niemals brav …

Ende der Zeitzeugenschaft?
08.04.2021 - 26.09.2021

Am 7. April 2021, eröffnet die Schau "Ende der Zeitzeugenschaft?", die vom Jüdischen Museum Hohenems, der Gedenkstätte Flossenbürg und der Stiftung EVZ entwickelt wurde – für München jedoch mit Zeugnissen verfolgter Stadtbewohner*innen inhaltlich neu konzipiert wird. Die Zeitzeugenschaft des Holocaust geht ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Überlebende der NS-Herrschaft können aus eigener Erfahrung sprechen – oder von jenen Menschen berichten, die im Holocaust ermordet wurden. Was bleibt, sind literarische Zeugnisse und unzählige Videointerviews der Überlebenden – sowie die Frage danach, wie wir in Zukunft mit dieser Erbschaft umgehen wollen. Grund genug, den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft zu richten, die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeuge und Interviewer, Medium und Gesellschaft zu erkunden. Dabei steht die Erinnerung an die Shoah, wie sie in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen überliefert ist, im Fokus. Sie wird zur Erzählung – einem Trauma abgerungen und zugleich das Produkt von Beziehungen und Interessen, abhängig von ihrem jeweiligen Kontext in Politik und Gesellschaft, vor Gericht oder Schulklassen, für die Forschung, das Fernsehen oder Kino. Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ hinterfragt die "Gemachtheit“ der Zeitzeugeninterviews und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945.

MUC / Schmuck. Perspektiven auf eine Münchner Privatsammlung
13.11.2020 - 26.09.2021

Die Goldschmiedekunst spielt in München seit Ende des 19. Jahrhunderts eine zunehmend bedeutende Rolle. Bis heute leben und arbeiten hier überdurchschnittlich viele Goldschmied*innen und Schmuckkünstler*innen. Die international bekannte Klasse für Schmuck und Gerät der Akademie der Bildenden Künste leistet dazu einen entscheidenden Beitrag. Das Münchner Stadtmuseum nimmt den Erwerb einer Sammlung Münchner Schmuck, deren zeitlicher Schwerpunkt von den 1880er Jahren bis in die 1930er Jahre reicht, zum Anlass, gemeinsam mit den Student*innen der Akademie der Bildenden Künste und ihrer Professorin Karen Pontoppidan eine Ausstellung zu konzipieren, die sowohl über die historischen Arbeiten und ihren Hintergrund informiert, als auch Studium, Herangehensweisen und Werke angehender Schmuckkünstler*innen von heute vorstellt. Der Ankauf der Sammlung Münchner Schmuck, die über mehrere Jahrzehnte mit großer Kennerschaft von Frau Dr. Beate Dry-von Zezschwitz zusammengetragen worden ist und eine entscheidende Lücke im Bestand des Münchner Stadtmuseums füllt, wurde von der Kulturstiftung der Länder gefördert. Im Dialog zwischen dem Münchner Stadtmuseum und der Klasse Pontoppidan wurden sieben Themen festgelegt, die für die historische Sammlung relevant sind und von den Student*innen aus zeitgenössischer Perspektive beleuchtet werden. Ein Themenfeld befasst sich mit historischen Rückgriffen. Die Münchner Schmuckkunst des 19. Jahrhunderts war geprägt von der Rezeption und dem Wiederaufgreifen historischer Stile und Techniken. Theodor Schallmayer (geb. 1861) etwa entwarf Schmuckstücke im Stil der Renaissance und des Rokoko. Auch nach der Jahrhundertwende wurde die Beschäftigung mit historischen Stilen und Techniken fortgesetzt. Goldschmiede wie Adolf von Mayrhofer (1864 Miesbach – 1929 München) und Max Strobl (1861 München – 1946 ebenda) befassten sich in ihren ab 1907 entstandenen Arbeiten bevorzugt mit vor- und frühgeschichtlichen Formen und Ornamenten wie dem bronzezeitlichen Spiralmotiv. In der ersten Hälfte der 1920er Jahre griff Johann Michael Wilm (1885 Dorfen – 1963 München) erfolgreich die in etruskischer Zeit perfektionierte Technik der Granulation wieder auf. Künstler wie Martin Seitz (1895 Passau – 1988 Passau) und Friedrich Schmid-(Geiler) (geb. 1889 München) belebten – ebenfalls ab den 1920er Jahren – die historische Technik des Steinschnitts neu. In welcher Form setzen sich die Student*innen der Akademie der Bildenden Künste heute mit historischen Stilen und Techniken auseinander? In Arbeiten, die für die Ausstellung neu entstanden, reagieren die Student*innen auf die historischen Stücke und deren soziale und kulturelle Hintergründe.

Maarten Baas | Real Time
11.06.2021 - 03.10.2021

Maarten Baas (*1978) gilt aktuell als einer der einflussreichsten niederländischen Entwerfer. Mit „Maarten Baas I Real Time“ zeigt Die Neue Sammlung – The Design Museum erstmalig eine Soloausstellung von ihm im deutschsprachigen Raum. Den internationalen Durchbruch hatte er 2004 mit seiner Abschlussarbeit „Smoke Series“, bei der er Designklassiker wie von Gerrit Rietveld oder Ettore Sottsass durch Feuer verkohlen ließ, ohne diese Objekte in ihrer Funktion zu zerstören. Mit seinen als rebellisch, verspielt, intellektuell und künstlerisch geltenden Arbeiten erlangte er schon früh in seiner Schaffenszeit eine autonome Position in der Designszene. Baas’ vielseitiger Zugang und sein Verständnis von Design wird auch in der „REAL TIME SERIES“ (2009) deutlich, in der er sich dem Thema Zeit widmet. In enger Zusammenarbeit mit Maarten Baas zeigt Die Neue Sammlung einige Werke aus der „REAL TIME SERIES“ sowie eine dazugehörige, speziell für den Ausstellungsraum entworfene Installation.

Jeppe Hein. Space in Action / Action in Space
17.07.2021 - 03.10.2021

Jeppe Heins Wasserpavillon reagiert sensorisch auf Passanten. Beim Herantreten an die runde Wasserwand wird ein Teil des Wasserstroms unterbrochen, so dass man den Pavillon betreten kann. Im Inneren angelangt, schließt sich die Wand und die Besucher*innen sind vom Geschehen des Platzes und der Straßen abgeschirmt. Die individuelle Wahrnehmung des Ortes verändert sich in unerwarteter Weise. Das Verhältnis des Individuums zu seiner Umwelt und die psychologische Reaktion auf räumliche Veränderungen stehen im Zentrum künstlerischer Praxis des dänischen Künstlers Jeppe Hein (geb. 1974). Mit interaktiven Konstruktionen, die den Bereich der Kunst hin zur Architektur erweitern, experimentiert er mit den variablen Grenzen zwischen räumlichen und gesellschaftlichen Parametern wie Innen und Außen, Privat und Öffentlich, Integration und Ausgrenzung. Obwohl Hein sich mit der formalen Ökonomie seiner Installationen durchaus auf Aspekte minimalistischer Skulptur bezieht, geht es ihm nicht allein um formale Repräsentation, sondern auch um das Herstellen eines umfassenden Environments, in dem Funktionalismus und Design unmittelbar mit der räumlichen Erfahrung des Betrachters zusammenfließen.

Taiwan Acts!
08.07.2021 - 03.10.2021

Nach dem verheerenden Erdbeben vom 21. September 1999 haben sich in Taiwan zahlreiche Architekturinitiativen entwickelt, die die soziale Rolle des Bauens im eigenen Land zu ihrem Thema machen. Dazu gehören z.B.: die Massnahmen zur Verbesserung der urbanen Struktur von Yilan, aber auch Kulturbauten, Infrastruktur und Wohnbau an anderen Orten auf der Insel. Präsentiert warden Projekte von Architekt*innen wie Ying-Chun Hsieh und Atelier–3, Fieldoffice Architects mit Sheng-Yuan Huang, das „Forward-looking Infrastructure Development Program for urban renewal in Hsinchu and Keelung City” und auch Studio Cho and Chen-Yu Chiu. Viele von ihnen sind Europa bislang kaum bekannt. Die Ausstellung “Taiwan Acts!” ist damit die bislang größte Ausstellung zu diesem Thema und zeigt eine engagierte Kultur des Bauens und Planens, die in einem offenen gesellschaftlichen Dialog entstanden ist.

Spitzenhaus Rosa Klauber
30.03.2021 - 24.10.2021

Das Spitzenhaus Rosa Klauber in der Theatinerstraße 35 gehörte als Königlich Bayerischer Hoflieferant zu den ersten Adressen für Innenausstattung und Wäsche in München. Rosa Klauber (1820—1901), Händlerin aus Böhmen, gelang der Aufstieg von der "Judenreihe“ auf der Auer Dult ins Münchner Bürgertum. In den 1920er Jahren eröffneten ihre Enkel eine Wäschefabrik in der Dachauer Straße 112, in der zwischen 1935 und November 1938 Kurt Landauer, langjähriger Präsident des FC Bayern, als kaufmännischer Angestellter arbeitete. 1938 mussten die Enkel Rosa Klaubers Erbe zurücklassen und aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen. Die Studienraumausstellung beleuchtet die Geschichte des Spitzenhauses und der Familie Klauber. Neben Fotografien und Dokumenten aus dem heute vergessenen Münchner Spitzenhaus zeigt sie Spitzen aus der aktuellen New Yorker Produktion.

Der Blaue Reiter. Gruppendynamik
23.03.2021 - 31.12.2021

Der Blaue Reiter gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den ersten transnationalen Künstler*innenkreisen. Ihnen galt Kunst als universelle Sprache. Beteiligt waren Begabungen aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Ihre Kunst haben sie in mehreren Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Ihr Manifest ist der Almanach "Der Blaue Reiter". Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Kollektivs neu und entlang der im Almanach formulierten Ideen, mit einigen Überraschungen für die Besucher.

Sweat
11.06.2021 - 09.01.2022

Die Gruppenausstellung "Sweat“ ist das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Recherche. Sie widmet sich dem Phänomen von Körpern, die gemeinsam agieren und ihre Gegenwart gestalten. Der Schweißausbruch angesichts gewaltsamer Versuche, den menschlichen Körper zu kontrollieren, steht für eine künstlerische Strategie des Widerstands. Wir sind mehr denn je Zeugen des globalen Maßstabs systemischer Ungerechtigkeit, aber auch der enormen Kräfte sich transnational formierender Widerstandsbewegungen. Die Ausstellung versammelt mehr als 20 künstlerische Stimmen, deren Werke an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und angesichts verschiedener Bedingungen des sozialen und politischen Druckes entstanden sind. Dieser Dialog zwischen Arbeiten der jüngsten Gegenwart mit bahnbrechenden Positionen der 1970er- und 1980er-Jahre, die feministische und postkoloniale Unabhängigkeitsbewegungen in Kunst und Gesellschaft mobilisiert haben, eröffnet zugleich historische Perspektiven auf künstlerische Formensprachen, die eng mit sozialem Wandel verflochten sind.

Au Rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz
29.09.2020 - 16.01.2022

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Im frühen 20. Jahrhundert bereitete die Avantgarde den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Linie sowie Perspektive und entwarf Modelle für die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit dem Erbe der Moderne auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf. Diese positiven wie kritischen Impulse zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne, bei der circa 120 Werke in Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz treten. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur, Arbeiten auf Papier sowie teilweise erstmals ausgestellte Bildteppiche erweitert. Künstlerinnen wie Louise Bourgeois und Huma Bhabha lassen sich, wie schon die Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner oder Erich Heckel, von ozeanischer und afrikanischer Plastik inspirieren, richten aber aus einer weiblichen Perspektive ihren Blick auf den Körper. Picassos kubistische Formensprache wiederum bleibt für bildnerische Möglichkeiten in der Gegenwartskunst eine stete Anregung, wie die Skulpturen und Gemälde von Aaron Curry und Tobias Pils zeigen. Maler der Neuen Sachlichkeit wie Karl Hubbuch oder George Grosz stellen die „Neue Frau" der 1920er Jahre dar, an deren selbstbewusstes Spiel mit weiblichen Rollenerwartungen Sarah Lucas in ihren provokativen fotografischen Selbstporträts anknüpft. Zwei der Abstraktion gewidmete Räume führen vor Augen, wie lebensreformerische Utopien und konstruktivistische Ideen des Bauhauses, die durch Oskar Schlemmer, Lásló Moholy-Nagy oder Josef Albers repräsentiert werden, bei Künstlerinnen und Künstlern wie Andrea Zittel, Rosemarie Trockel, Gerwald Rockenschaub oder Katja Strunz bis heute fortwirken.

Heidi Bucher. Metamorphosen
17.09.2021 - 16.01.2022

Mit Heidi Bucher (* 1923 Winterthur † 1993 Brunnen, Schweiz) präsentiert das Haus der Kunst eine wiederzuentdeckende Vertreterin der internationalen Neo-Avantgarden, die mit ihren Latex-Werken die Zwänge und Befreiungsprozesse menschlicher Existenzformen erkundet. "Metamorphosen" zeigt das vielgestaltige, zuweilen poetische Wechselspiel von Verhüllung und Enthüllung von Körpern und Architektur mittels ritueller Latexhäutungen, die eine Einbettung in gesellschaftliche wie private Machtstrukturen entlarven und einer Wandelbarkeit unterziehen. Aus Buchers anfänglicher Faszination für ein Zusammenspiel von Kunst und Mode gingen bereits im Kalifornien der frühen 1970er-Jahre tragbare geschlechterlose Körperskulpturen hervor, die ihren bedeutsamen Skulpturenbegriff zwischen Performance und Objekt zelebrierten. Jeher hat sie sich einer kritischen Unterwanderung von normierten Geschlechterrollen gewidmet, wobei sich ihre prozessualen Materialtransformationen gleichermaßen traditionellen medialen Kategorien entziehen.

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