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Ausstellungen

Zeichen und Wunder
15.02.2021 - 30.06.2021

Ugo Dossi, dessen Installationen zweimal auf der Documenta, zweimal auf der Biennale von Venedig sowie in zahlreichen internationalen Museen gezeigt wurden, demonstriert mit diesem Projekt seine Faszination für die altägyptischem Kunst, für ihren universellen Horizont und ihre inhaltliche Tiefe. In sein Werk, das um Weltmodelle, in denen sich Kunst und Wissenschaft begegnen, und um Sinnliches und Übersinnliches kreist, sind früh Elemente aus der altägyptischen Kunst eingeflossen. Ein Antlitz der Nofretete spielt in seiner Werkgruppe NEFER seit 1990 eine zentrale Rolle als Bild-Metapher für Vollkommenheit. Über diese Bild-Metapher setzt Dossi als zweite Bedeutungsebene streng reduzierte graphische Elemente und erstellt damit monumentale Bilderrätsel. Für die Ausstellung in München konzentriert sich Ugo Dossi auf das Phänomen der hieroglyphischen Zeichen, in denen er pictographische Wissensspeicher erkennt, die in die Tiefe der Denkwelt der Pharaonischen weisen. Damit bringt er altägyptische Bildallegorien in die Gegenwartskunst ein und setzt, umgekehrt, aktuelle Welt-Bilder in altägyptische Bilder-Welten. Typisch für Dossis Kunst, oszillieren alle seine Objekte in einem Spannungsfeld zwischen Materiellem und Immateriellen. Der Einsatz holographischer Materialien verstärkt diesen Eindruck. Seine Gefäß-Skulpturen von Nofretete, Echnaton, Horus und Sachmet aus Granit und Marmor verkörpern irdische Materie, ihre Ausformung macht gleichzeitig immateriell das Profil der jeweiligen Vorlage sichtbar. Das Dargestellte selbst, für das Dossis Gestaltungen materiell die Schattenform vorgeben, ist körperlos gegenwärtig, – Licht – und somit unvergänglich

Maarten Baas | Real Time
11.06.2021 - 03.10.2021

Maarten Baas (*1978) gilt aktuell als einer der einflussreichsten niederländischen Entwerfer. Mit „Maarten Baas I Real Time“ zeigt Die Neue Sammlung – The Design Museum erstmalig eine Soloausstellung von ihm im deutschsprachigen Raum. Den internationalen Durchbruch hatte er 2004 mit seiner Abschlussarbeit „Smoke Series“, bei der er Designklassiker wie von Gerrit Rietveld oder Ettore Sottsass durch Feuer verkohlen ließ, ohne diese Objekte in ihrer Funktion zu zerstören. Mit seinen als rebellisch, verspielt, intellektuell und künstlerisch geltenden Arbeiten erlangte er schon früh in seiner Schaffenszeit eine autonome Position in der Designszene. Baas’ vielseitiger Zugang und sein Verständnis von Design wird auch in der „REAL TIME SERIES“ (2009) deutlich, in der er sich dem Thema Zeit widmet. In enger Zusammenarbeit mit Maarten Baas zeigt Die Neue Sammlung einige Werke aus der „REAL TIME SERIES“ sowie eine dazugehörige, speziell für den Ausstellungsraum entworfene Installation.

Jeppe Hein. Space in Action / Action in Space
17.07.2021 - 03.10.2021

Jeppe Heins Wasserpavillon reagiert sensorisch auf Passanten. Beim Herantreten an die runde Wasserwand wird ein Teil des Wasserstroms unterbrochen, so dass man den Pavillon betreten kann. Im Inneren angelangt, schließt sich die Wand und die Besucher*innen sind vom Geschehen des Platzes und der Straßen abgeschirmt. Die individuelle Wahrnehmung des Ortes verändert sich in unerwarteter Weise. Das Verhältnis des Individuums zu seiner Umwelt und die psychologische Reaktion auf räumliche Veränderungen stehen im Zentrum künstlerischer Praxis des dänischen Künstlers Jeppe Hein (geb. 1974). Mit interaktiven Konstruktionen, die den Bereich der Kunst hin zur Architektur erweitern, experimentiert er mit den variablen Grenzen zwischen räumlichen und gesellschaftlichen Parametern wie Innen und Außen, Privat und Öffentlich, Integration und Ausgrenzung. Obwohl Hein sich mit der formalen Ökonomie seiner Installationen durchaus auf Aspekte minimalistischer Skulptur bezieht, geht es ihm nicht allein um formale Repräsentation, sondern auch um das Herstellen eines umfassenden Environments, in dem Funktionalismus und Design unmittelbar mit der räumlichen Erfahrung des Betrachters zusammenfließen.

Taiwan Acts!
08.07.2021 - 03.10.2021

Nach dem verheerenden Erdbeben vom 21. September 1999 haben sich in Taiwan zahlreiche Architekturinitiativen entwickelt, die die soziale Rolle des Bauens im eigenen Land zu ihrem Thema machen. Dazu gehören z.B.: die Massnahmen zur Verbesserung der urbanen Struktur von Yilan, aber auch Kulturbauten, Infrastruktur und Wohnbau an anderen Orten auf der Insel. Präsentiert warden Projekte von Architekt*innen wie Ying-Chun Hsieh und Atelier–3, Fieldoffice Architects mit Sheng-Yuan Huang, das „Forward-looking Infrastructure Development Program for urban renewal in Hsinchu and Keelung City” und auch Studio Cho and Chen-Yu Chiu. Viele von ihnen sind Europa bislang kaum bekannt. Die Ausstellung “Taiwan Acts!” ist damit die bislang größte Ausstellung zu diesem Thema und zeigt eine engagierte Kultur des Bauens und Planens, die in einem offenen gesellschaftlichen Dialog entstanden ist.

Spitzenhaus Rosa Klauber
30.03.2021 - 24.10.2021

Das Spitzenhaus Rosa Klauber in der Theatinerstraße 35 gehörte als Königlich Bayerischer Hoflieferant zu den ersten Adressen für Innenausstattung und Wäsche in München. Rosa Klauber (1820—1901), Händlerin aus Böhmen, gelang der Aufstieg von der "Judenreihe“ auf der Auer Dult ins Münchner Bürgertum. In den 1920er Jahren eröffneten ihre Enkel eine Wäschefabrik in der Dachauer Straße 112, in der zwischen 1935 und November 1938 Kurt Landauer, langjähriger Präsident des FC Bayern, als kaufmännischer Angestellter arbeitete. 1938 mussten die Enkel Rosa Klaubers Erbe zurücklassen und aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen. Die Studienraumausstellung beleuchtet die Geschichte des Spitzenhauses und der Familie Klauber. Neben Fotografien und Dokumenten aus dem heute vergessenen Münchner Spitzenhaus zeigt sie Spitzen aus der aktuellen New Yorker Produktion.

Der Blaue Reiter. Gruppendynamik
23.03.2021 - 31.12.2021

Der Blaue Reiter gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den ersten transnationalen Künstler*innenkreisen. Ihnen galt Kunst als universelle Sprache. Beteiligt waren Begabungen aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Ihre Kunst haben sie in mehreren Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Ihr Manifest ist der Almanach "Der Blaue Reiter". Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Kollektivs neu und entlang der im Almanach formulierten Ideen, mit einigen Überraschungen für die Besucher.

Sweat
11.06.2021 - 09.01.2022

Die Gruppenausstellung "Sweat“ ist das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Recherche. Sie widmet sich dem Phänomen von Körpern, die gemeinsam agieren und ihre Gegenwart gestalten. Der Schweißausbruch angesichts gewaltsamer Versuche, den menschlichen Körper zu kontrollieren, steht für eine künstlerische Strategie des Widerstands. Wir sind mehr denn je Zeugen des globalen Maßstabs systemischer Ungerechtigkeit, aber auch der enormen Kräfte sich transnational formierender Widerstandsbewegungen. Die Ausstellung versammelt mehr als 20 künstlerische Stimmen, deren Werke an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und angesichts verschiedener Bedingungen des sozialen und politischen Druckes entstanden sind. Dieser Dialog zwischen Arbeiten der jüngsten Gegenwart mit bahnbrechenden Positionen der 1970er- und 1980er-Jahre, die feministische und postkoloniale Unabhängigkeitsbewegungen in Kunst und Gesellschaft mobilisiert haben, eröffnet zugleich historische Perspektiven auf künstlerische Formensprachen, die eng mit sozialem Wandel verflochten sind.

Au Rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz
29.09.2020 - 16.01.2022

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Im frühen 20. Jahrhundert bereitete die Avantgarde den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Linie sowie Perspektive und entwarf Modelle für die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit dem Erbe der Moderne auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf. Diese positiven wie kritischen Impulse zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne, bei der circa 120 Werke in Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz treten. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur, Arbeiten auf Papier sowie teilweise erstmals ausgestellte Bildteppiche erweitert. Künstlerinnen wie Louise Bourgeois und Huma Bhabha lassen sich, wie schon die Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner oder Erich Heckel, von ozeanischer und afrikanischer Plastik inspirieren, richten aber aus einer weiblichen Perspektive ihren Blick auf den Körper. Picassos kubistische Formensprache wiederum bleibt für bildnerische Möglichkeiten in der Gegenwartskunst eine stete Anregung, wie die Skulpturen und Gemälde von Aaron Curry und Tobias Pils zeigen. Maler der Neuen Sachlichkeit wie Karl Hubbuch oder George Grosz stellen die „Neue Frau" der 1920er Jahre dar, an deren selbstbewusstes Spiel mit weiblichen Rollenerwartungen Sarah Lucas in ihren provokativen fotografischen Selbstporträts anknüpft. Zwei der Abstraktion gewidmete Räume führen vor Augen, wie lebensreformerische Utopien und konstruktivistische Ideen des Bauhauses, die durch Oskar Schlemmer, Lásló Moholy-Nagy oder Josef Albers repräsentiert werden, bei Künstlerinnen und Künstlern wie Andrea Zittel, Rosemarie Trockel, Gerwald Rockenschaub oder Katja Strunz bis heute fortwirken.

Heidi Bucher. Metamorphosen
17.09.2021 - 16.01.2022

Mit Heidi Bucher (* 1923 Winterthur † 1993 Brunnen, Schweiz) präsentiert das Haus der Kunst eine wiederzuentdeckende Vertreterin der internationalen Neo-Avantgarden, die mit ihren Latex-Werken die Zwänge und Befreiungsprozesse menschlicher Existenzformen erkundet. "Metamorphosen" zeigt das vielgestaltige, zuweilen poetische Wechselspiel von Verhüllung und Enthüllung von Körpern und Architektur mittels ritueller Latexhäutungen, die eine Einbettung in gesellschaftliche wie private Machtstrukturen entlarven und einer Wandelbarkeit unterziehen. Aus Buchers anfänglicher Faszination für ein Zusammenspiel von Kunst und Mode gingen bereits im Kalifornien der frühen 1970er-Jahre tragbare geschlechterlose Körperskulpturen hervor, die ihren bedeutsamen Skulpturenbegriff zwischen Performance und Objekt zelebrierten. Jeher hat sie sich einer kritischen Unterwanderung von normierten Geschlechterrollen gewidmet, wobei sich ihre prozessualen Materialtransformationen gleichermaßen traditionellen medialen Kategorien entziehen.

Alexandra Bircken. A - Z
28.07.2021 - 16.01.2022

Alexandra Bircken (*1967) gilt international als eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart. Charakteristisch für ihr bildhauerisches Werk ist das umfangreiche Spektrum an Materialien, das von organischen Gegenständen bis zu industriell verarbeiteten Rohstoffen reicht. Textile Arbeiten aus Leder und Nylon, Skulpturen aus sezierten Maschinen und Fahrzeugen und installative Objekte aus Zweigen und Stoffresten treten in einen spannungsvollen Dialog. Der menschliche Körper bildet dabei den zentralen Bezugspunkt und agiert in seinen komplexen Zuständen und Bedingungen als verbindende Konstante im Werk der Künstlerin. Die Ausstellung am Museum Brandhorst ist die bis dato umfangreichste Werkschau der Künstlerin und vereint Arbeiten aus allen Schaffensperioden. Die Exponate umfassen sowohl einzelne skulpturale Objekte als auch größere Installationen sowie eigens für die Schau entstehende Werke, die sich unmittelbar auf die Architektur der Ausstellungsräume beziehen.

Jacobus Vrel
19.10.2021 - 24.01.2022

Eigentümlich wirken seine Bilder, verschroben seine Figuren und bühnenhaft seine Straßenszenen. Jacobus Vrel gibt vermeintlich das Alltagsleben holländischer Kleinstädte des 17. Jahrhunderts wieder und erschafft zugleich ganz eigene, geheimnisvolle Welten. Verwechselt wurden seine Werke mit denen berühmterer Meister wie Johannes Vermeer und Pieter de Hooch. So zählen sie heute zum Bestand der weltweit bekanntesten Museen und sind zugleich begehrte Raritäten unter Sammlern. Und dennoch ist der Maler nahezu unbekannt. Lassen Sie sich faszinieren von einem Vorboten der Moderne, einem Maler, der sein Geheimnis erst auf den zweiten Blick offenbart.

Grand Tour XXL. Der Reisekünstler Emel‘jan Korneev
24.09.2021 - 30.01.2022

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galt eine Grand Tour nach Italien für Künstler als geradezu unverzichtbare Bildungsreise. Emel‘jan Michailowitsch Korneev (1780-1843) ging jedoch noch viel weiter. Als Teil einer Expedition bereiste er zunächst ganz Russland, von St. Petersburg nach Sibirien und über die südöstlichen Provinzen bis auf die Krim. Von dort aus zog er weiter in das damals osmanisch besetzte Griechenland und nach Kleinasien. Von Korfu aus gelangte er schließlich nach Italien und bereiste das Land von Paestum, Neapel und Tivoli bis Venedig. Unentwegt dokumentierte Korneev dabei unterschiedlichste Landschaften und Bauten sowie folkloristische Szenen. Viele seiner Werke gelten als verloren, weshalb der Künstler heutzutage außerhalb Russlands kaum mehr bekannt ist. Umso bedeutender ist das umfangreiche Konvolut an Zeichnungen und Aquarellen im Bestand der Graphischen Sammlung des Münchner Stadtmuseums.

App.Sound of Design.
21.02.2019 - 02.02.2022

Jedes Objekt verursacht bei seiner Verwendung Geräusche, die zum unverwechselbaren Erkennungsmerkmal werden können. Die Bandbreite reicht vom Klingeln eines Telefons über das Brummen eines Automotors bis hin zum Klacken einer Tastatur. Um diese akustische Dimension unserer Ausstellungsstücke in Zukunft– vor allem in Hinblick auf das geplante Schaudepot – in unsere Präsentation zu integrieren, erweitern wir unsere Sammlung um Töne. Durch die Integration dieses Archivs in die Webanwendung Sound of Design soll es Teil der multimedialen Besuchererfahrung werden und erweckt die sonst museal entrückten Objekte zum Leben. Eine erste Anwendung soll ab Dezember 2018 zur Verfügung stehen und wird in Folge sukzessive erweitert.

Wer ist der Nächste?
04.11.2021 - 08.02.2022

Mit der Corona-Krise hat sich die Situation der Obdachlosigkeit weltweit zugespitzt. Als soziale Gruppe gehören die Obdachlosen zu den ungeschütztesten Mitgliedern unserer Gesellschaften. In der Ausstellung werden zentrale Themen wie die Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Obdachlosen aber auch die Ambivalenz der Reaktionen der übrigen Gesellschaft, die zwischen Verdrängung und Ablehnung liegt, analysiert. Obdachlosigkeit wird nicht als eine individuelle Tragödie, sondern als ein Problem der Gesellschaft präsentiert, das systemische Lösungen erfordert. Neben einer Analyse globaler Statistiken und deren sozial-politischer Hintergründe wird die Krise der Wohnungslosigkeit in Städten wie Tokyo, Mumbai, New York und Los Angeles betrachtet. Dazu zeigt die Ausstellung historische und zeitgenössischer Architekturprojekte zur dauerhaften Wiedereingliederung von Obdachlosen.

Im Labyrinth der Zeiten. Mit Mordechai W. Bernstein auf den Spuren des jüdischen Deutschlands
17.03.2021 - 13.02.2022

Mordechai W. Bernstein (1905–1966) war Mitarbeiter des "Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts“ (YIVO) in Wilna, das 1941 nach New York übersiedelte, dessen Bibliothek und Archiv jedoch vom Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) geraubt wurden. Bernstein hatte nach 1945 den Auftrag, diese Bestände in Deutschland zu suchen. Während seines Aufenthalts, der von 1946 bis 1951 andauerte, besuchte er in rund 800 Orten Museen, Bibliotheken und Archive auf der Suche nach den Überresten der deutsch-jüdischen Kultur. Nach seiner Übersiedlung nach Buenos Aires veröffentlichte er in drei Bänden mit über 70 illustrierten Aufsätzen in jiddischer Sprache die Ergebnisse seiner Suche und schaffte so ein musée imaginaire der zerstörten deutsch-jüdischen Kultur. Die Ausstellung stellt 18 Objekte vor, denen Mordechai W. Bernstein im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland nachgespürt hat. Die Bandbreite reicht dabei von einer römischen Öllampe mit Menora über Modelle mittelalterlicher Ritualbäder bis zu einer hölzernen Grabstele aus dem Friedhof von Kriegshaber bei Augsburg.

Fantastisch Real. Belgische Moderne von Ensor bis Magritte
15.10.2021 - 06.03.2022

Die Kunsthalle München präsentiert Meisterwerke der belgischen Moderne von ca. 1860 bis 1960. Etwa 130 Gemälde, Grafiken und Skulpturen veranschaulichen, wie die Kunst dieser Zeit die Grenzen von Fantasie und Wirklichkeit stets aufs Neue auslotet. Dabei rückt die schlichte Alltagsrealität ebenso in den Fokus wie die Geheimnisse und Rätsel jenseits der sichtbaren Welt. Die Ausstellung beleuchtet den spezifischen Weg der belgischen Kunst von realistischen Szenen des einfachen Volkes und atmosphärischen Landschaften über die fantastischen Maskeraden James Ensors bis zu den surrealen Welten von Paul Delvaux und René Magritte. Neben solchen großen Namen sind unter den rund 40 ausgestellten Künstlern zahlreiche hierzulande kaum bekannte Maler wie Eugène Laermans, Constant Permeke oder Rik Wouters zu entdecken.

Nevin Aladağ . Die Partitur des Raumes
27.10.2021 - 06.03.2022

Eine Hand aus dem Autofenster bringt eine Mundharmonika im Fahrtwind zum Erklingen. Nevin Aladağ hält das Instrument wie eine Kamera, doch sie begibt sich vielmehr auf eine Spurensuche nach den Klängen der Stadt und lässt Objekte scheinbar von selbst Melodien erzeugen. In ihren sorgfältig komponierten Bildern wird das Schlagzeug vom Regen oder eine Trommel von Wasser und Sand gespielt. Manchmal lässt sie aber auch die Klangkörper eine Verwandlung durchlaufen, wie einen Luftballon, der an einer Trompete angebracht ist, oder eine Schelle an einem Schaukelpferd, das sich rhythmisch hin und her bewegt. Das setzt unweigerlich Assoziationen in Gang, die eine ebenso ironische wie poetische Qualität besitzen. Verschiebungen von Bildern im Kopf ziehen sich durch viele Arbeiten Aladağs: Was verbindet einen Hammer mit einem Pfennigabsatz? Mit einer Auswahl an Installationen, Skulpturen, Textilien, Videoarbeiten und regelmäßigen Performances präsentiert das Museum Villa Stuck Aladağs bisher umfassendste Einzelausstellung. Die Künstlerin genießt spätestens seit ihrer Beteiligung an der Biennale in Venedig und an der documenta in Kassel und Athen im Jahr 2017 großes internationales Ansehen. Die Ausstellung in München zeigt zum ersten Mal neuere und ältere Arbeiten zusammen mit dem eigens für das Projekt entstandenen Resonanzraum.

Ins Freie
17.09.2021 - 13.03.2022

Angler- und Campinghocker, 1970er-Jahre, DDR. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo / P. Hamm) Die Ausstellung „Ins Freie“ nimmt eine grundlegende menschliche Sehnsucht in den Blick: Den Drang nach draußen. Egal ob in die Natur, in den Garten oder Park, allein oder in Gesellschaft – das Bedürfnis, freie Zeit im Außenraum zu verbringen, ist heute aktueller denn je. Die Neue Sammlung – The Design Museum zeigt aus ihren Beständen eine ebenso überraschende wie vielfältige Auswahl, die um die Themen Freizeit, Reisen und Erholung kreist.

Barbara Niggl Radloff. Porträtfotografien und Reportagen 1958-2010
19.11.2021 - 20.03.2022

Nach einer Jugend zwischen den Trümmern des zweiten Weltkrieges entdeckte Barbara Niggl Radloff (1936-2010) Mensch und Geschehen der Nachkriegszeit in München und darüber hinaus mit dem Fotoapparat. Ihre aufstrebende Karriere als Bildjournalistin unterbrach sie bald zugunsten des Familienlebens – die Arbeit nahm sie erst Mitte der 1970er-Jahre wieder auf. Hinterlassen hat sie ein beeindruckendes Werk, das bis heute weitestgehend unbekannt geblieben ist. Schon während ihrer Ausbildung am Münchner "Institut für Bildjournalismus" druckte die Süddeutsche Zeitung ihre Bilder, woraufhin die Münchner Illustrierte sie 1960 – als damals einzige Frau – als Verlagsfotografin anstellte. In ihrer zweiten Schaffensphase bis zu Ihrem Tod 2010 schuf sie ein Panorama der Künstler*innen und Literat*innen aus aller Welt, die im Künstlerhaus Villa Waldberta in Feldafing zu Gast waren.

Shirin Neshat
26.11.2021 - 24.04.2022

Selbstbewusst und kraftvoll, zugleich verletzlich und fragil wirken die Werke der iranischen Künstlerin, Fotografin und Filmemacherin Shirin Neshat (*1957). Die Verbindung und Erweiterung der reichen Tradition persischer und westlicher Bildsprachen prägen das Oeuvre der in den USA lebenden Künstlerin. Ihre Arbeiten stehen im Zentrum der ersten Präsentation innerhalb der Kooperation mit der Written Art Collection. Zentrale Themen ihres Schaffens sind Identität, Herkunft und Machtstrukturen, wie etwa die Rolle der Frau. Shirin Neshat bedient sich dabei unter anderem der traditionellen Kalligrafie ihres Herkunftslandes sowie der westlichen Portraitkunst. Auch in ihrem jüngsten Werk "Land of Dreams" (2019), das bisher noch nicht in Deutschland gezeigt wurde, werden diese beiden Elemente zusammengeführt, wobei sie erstmalig die Medien Fotografie und Video 111 Portraits und zwei Filme - in einem Werk vereint. Die für Neshat typischen Schwarz-Weiß-Arbeiten, lassen in der Individualität der Portraitierten immer auch die kollektive Geschichte in ihrer sozial- und geopolitischen Komplexität aufscheinen. Die bedeutendste iranische Künstlerin der Gegenwart schafft in ihren Werken durch die Verbindung von Schrift, gestischem Ausdruck und Formatvariation eine rhythmisch poetische Dichte, der jeweils ein eigenes Narrativ eingeschrieben ist.

Nachts. Clubkultur in München
23.07.2021 - 01.05.2022

Die kulturhistorische Ausstellung "Nachts" widmet sich in Form eines nächtlichen Streifzugs der Ausgeh- und Clubkultur Münchens von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Neben stadtplanerischen und ökonomischen Fragen nimmt sie insbesondere Menschen und Orte in den Blick, die das Geschehen in der Nacht und das Münchner Nachtleben prägten und prägen. Die Fata Morgana des Atomic Café, das im Münchner Stadtmuseum wieder zu betreten sein wird, zahlreiche Erinnerungsstücke aus Ultraworld, Ultraschall, Flughafen Riem, Kunstpark Ost, Registratur – um nur einige zu nennen – könnten die Ausstellung zu einer modernen Wallfahrt machen. Neben schillernden Personen und ihren nicht minder anziehenden Treffpunkten, beschäftigt sich die Ausstellung auch mit den Begleiterscheinungen des Nachtlebens wie dem Ein- und Ausschluss von Menschen, der Bedeutung von Migration und Geschlecht und erzählt von den Besonderheiten des Arbeitens in einem nicht alltäglichen, nächtlichen Geschehen.

Veranstaltungskalender

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