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Markus Lüpertz. Über die Kunst zum Bild
13. September 2019 — 26. Janur 2020

Haus der Kunst

Markus Lüpertz (*1941) zählt zu den zentralen Künstlerfiguren der deutschen Nachkriegszeit. Er hat die moderne Malerei seit den sechziger Jahren entscheidend mitgeprägt. Die im Haus der Kunst ab dem Spätsommer zu sehende Ausstellung „Markus Lüpertz. Über die Kunst zum Bild“ stellt die Lebenskraft des uralten Mediums Malerei in den Fokus und beleuchtet erstmals den seriellen Charakter in Lüpertz‘ bildnerischem Schaffen. Anhand von über 200 Gemälden und Zeichnungen, viele aus internationalen Sammlungen, zeigt sie, wie Lüpertz ein auf innere Zusammenhänge basierendes Werk entwickelt hat, das von einer filmischen Sichtweise geprägt ist. Die kinematische Seh- und Leseweise ermöglicht einen neuen frischen Blick auf sein künstlerisches Œuvre.
Lüpertz bewundert John Fords Western und Autoren-Filme, insbesondere von Michelangelo Antonioni, Jean-Luc Godard und Alain Resnais.  Alle verzichteten weitgehend auf das Erzählen von Geschichten und zeigten stattdessen private Sehnsüchte, poetische Visionen und die abstrakte Qualität innerer Zustände ihrer Charaktere. Ende der 1960er Jahre sollten ihre „Filmgedichte" Lüpertz zu einer radikal neuen Syntax der Malerei verhelfen, die bis heute in seinen Gemälden sichtbar wird. Von Beginn an arbeitete er in Serien, ein Prinzip, das Grundlage seines Werks ist und seinen Ursprung im Film hat, so der kuratorische Ansatz der amerikanischen Kunsthistorikerin und Kuratorin Pamela Kort.
Im Zentrum stehen zwei künstlerische Zeiträume: Der Zeitraum zwischen 1963 und 1980 und der Zeitraum von 2000 bis heute. Die Ausstellung fokussiert sich auf seine frühen Bilder, seine Donald Duck Serie, seine frühen Dithyramben-Gemälde, deren Form vom Twentieth-Century-Fox-Logo inspiriert wurde, doch abstrakter und nicht leicht zu identifizieren ist, und seine Zeltbilder, deren Raum sich jenseits von Ort und Zeit befindet. In den Jahren zwischen 1972 und 1974 entstanden jene Bilder, die seinen frühen Ruhm begründen und mit denen er alles riskiert hat: die sogenannten Deutschen Motive. Mit Stahlhelmen, Spaten oder Offiziersmützen, die an dunkelste Momente der deutschen Geschichte erinnern, aber nicht unbedingt als politische Bilder zu verstehen sind, findet er zu einer eigenen Bildsprache.

#markuslüpertzHDK

 

Begleitprogramm:
 
Mittwoch,  09.Oktober 2019, 19:00
Vortrag von Barbara Vinken
Die deutsche Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken hält im Rahmen der Ausstellung "Markus Lüpertz“ einen Vortrag zum Thema Selbstdarstellung von Künstlern. "Die Kunstautonomie verdankt sich seit Vasaris Viten der Stilisierung und Selbststilisierung von Künstlern. Als Divus betritt der Künstler die Bühne, er wird zum Originalgenie, zum Malerfürsten, zum Dandy, sein Leben als Dauerinszenierung der Inszenierung Gesamtkunstwerk." (Barbara Vinken)





Abb.:  Markus Lüpertz, Unser täglich Brot I, 1972,  Leimfarbe auf Leinwand,  250 x 350 cm,  Sammlung des Künstlers, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019,  Photo: Jörg von Bruchhausen.


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