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Zwei neue Sonderausstellungen

Jodelmania. von den Alpen nach Amerika
18. Juli bis 15. Oktober 2019

Valentin Karlstadt Musäum

Nachdem das Jodeln ab den 1820er Jahren in Europa mehr und mehr Verbreitung gefunden hatte, reisten bald Alpensängergruppen wie die Rainer Family oder die Hauser Family aus Tirol zu Gastspielreisen in die USA. In Vaudeville-Theatern (=Varietés) und Zeltshows, aber auch auf Weltausstellungen sangen sie vor Tausenden von Zuhörern. Der mehrstimmige Alpengesang wurde in den Vereinigten Staaten derart erfolgreich, dass er von amerikanischen Vokalgruppen nachgeahmt und von Komikern parodiert wurde. Auch in Opernhäuser stimmten Operndivas wie Maria Malibran oder Antoinette Otto Liedkompositionen mit "Tiroler Trällern" an. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Jodeln in den USA so beliebt, dass es von Countrysängern aufgegriffen wurde, was es noch populärer machte. Bald wurde auch im Blues und im Jazz gejodelt. Heute erlebt das "American Yodeling" in Filmen wie "O brother, where art thou?" von den Coen Brothers oder im Disney-Streifen "Home on the range" (deutsch: "Die Kühe sind los") ein Comeback.
Anhand vieler rarer Originaldokumente wie Notendrucke, Plakate, Fotos, Bildpostkarten, Phonographen-Walzen und Schellackplatte, von denen viele noch nicht in der Öffentlichkeit zu sehen waren, zeigt die von Christoph Wagner kuratierte Ausstellung den Siegeszug des Jodelns von den Alpen nach Amerika.


Bayern - Sehnsucht & Verklärung. im Innenhof des Isartors
18. Juli bis 15. Oktober 2019

Valentin Karlstadt Musäum

Die Ausstellung Bayern, Sehnsucht und Verklärung zeigt die Entstehung der "Marke" Bayern im 19. Jahrhundert. Eine rasant wachsende städtische Bevölkerung entwickelte eine immense Sehnsucht nach Natur und natürlichen  Lebensweisen, die sie vorwiegend in der Ursprünglichkeit der Gebirgsregionen zu finden glaubte. Massenweise strömten die Städter ins Gebirge. Die Bewohner dieser Landstriche begannen sich darauf einzustellen. Sie machten ihre Orte,  ihre Landschaft, ihre Sitten und Gebräuche für die Fremden konsumierbar. Kuratiert vom Archivar des Valentin-Karlstadt-Musäums, Andreas Koll, wirft die Ausstellung zudem einen Blick auf die Vereinnahmung des Begriffs "Bayerische Heimat" durch Industrie, Wirtschaft, politische Parteien unterschiedlichen Couleurs, gesellschaftliche Institutionen und Initiativen bis hin zu diversen Formen der Subkultur.


Abb.:©Valentin Karlstadt Musäum.


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