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Jüdisches Museum München

Außenaufnahme des Museums. Foto: Franz Kimmel

Außenaufnahme des Museums. Foto: Martin Foddanu

Dauerausstellung STIMMEN_ORTE_ZEITEN. Foto: JMM

Dauerausstellung STIMMEN_ORTE_ZEITEN. Foto: Roland Halbe

Ausstellungsansicht "Sieben Kisten mit jüdischem Material" ― Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute © Rupert Steiner Photograph

Kultur

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

089-233-96096
http://www.juedisches-museum-muenchen.de
juedisches.museum@muenchen.de

Öffnungszeiten

Di.-So. 10.00-18.00

In seinen wechselnden Ausstellungen setzt sich das Jüdische Museum unter immer neuen Gesichtspunkten mit den vielschichtigen Sichtweisen zur jüdischen Kultur, Geschichte und Kunst auseinander. Die Dauerausstellung „Stimmen_Orte_Zeiten“ bietet neue Impulse und Informationen zur jüdischen Geschichte und Gegenwart in München und lädt zum Dialog ein. In sieben Installationen werden durch Stimmen von Zeitzeugen, Ritualobjekte, Fotografien, Videos und Comicstrips gewohnte Sehweisen auf die jüdische Geschichte, Kultur und Religion aufgebrochen. Die Münchner jüdische Geschichte als integraler Teil der Stadtgeschichte wird sichtbar gemacht und auf Einschnitte, Brüche und Leerstellen dieser Geschichte verwiesen. Das Jüdische Museum versteht sich als Forum, das sich mit der Vielfalt jüdischer Identitäten auseinandersetzt und jüdische Geschichte und Kultur als Themen der Gegenwart und Zukunft aus dem Wissen der Vergangenheit heraus erfahrbar und begreifbar macht. Den Ausstellungsräumen schließen sich Studienräume mit Bibliothek und Medienbereich an. Das großzügig gestaltete, helle Foyer stellt mit dem Café Makom und der LITERATURHANDLUNG mit Büchern zum Judentum einen offenen und lebendigen Kommunikationsort dar und lädt zum Verweilen ein.

In München gab es 1928 erste Pläne, ein „Landesmuseum für jüdische Altertümer“ aufzubauen. Die Machübernahme durch die Nationalsozilisten 1933 bedeutete jedoch das Ende dieses Vorhabens.
Seit den 1960er-Jahren wurden immer wieder Versuche unternommen, der jüdischen Geschichte und Kultur in München einen festen Platz zu geben, die jedoch am Desinteresse der Stadt und an der fehlenden Unterstützung der Israelitischen Kultusgemeinde scheiterten, die zu dieser Zeit ein zurückgezogenes Gemeindeleben führte.
1989 eröffnete der Kunsthändler Richard Grimm, der sich seit den 1960er-Jahren für den jüdisch-deutschen Dialog engagierte, ein kleines privates Jüdisches Museum, das zunehmend von Emigranten aus aller Welt besucht wurde. Die von ihnen gestifteten Exponate und Erinnerungsstücke bilden heute einen wichtigen Kernbestand des Jüdischen Museums. Von 1998 bis 2006 wurden in den Räumen der Israelitischen Kultusgemeinde unter Federführung des Münchner Stadtmuseums und des Stadtarchivs München Ausstellungen zur jüdischen Geschichte Münchens präsentiert.
Aus dem Architekturwettbewerb zur Bebauung des St.-Jakobs-Platzes 2001 gingen die Saarbrücker Architekten Wandel-Hoefer-Lorch als Sieger hervor: Neben der neuen Synagoge Ohel Jakob und dem Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde entwarfen sie auch das von der Landeshauptstadt München getragene Jüdische Museum, das 2007 eröffnet wurde.

Jüdisches Museum München
Von der Isar nach Jerusalem Gabriella Rosenthal (1913-1975) — Zeichnungen
18.03.2020 - 14.02.2021

Die in München geborene Gabriella Rosenthal entwickelte ihr künstlerisches Talent bereits in frühester Jugend, während sie im Antiquariat ihres berühmten Großvaters Jacques Rosenthal mithalf und so ihr Kunstverständnis vertiefte. 1935 migrierte sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann, dem Schriftsteller und Religionspublizisten Schalom Ben-Chorin, nach Jerusalem und begann dort, ihren gänzlich neuen Alltag künstlerisch festzuhalten. Ihre Zeichnungen sowie feuilletonistische Texte veröffentliche sie in verschiedenen Zeitungen, unter anderem der Jerusalem Post, aber auch der deutschen Jüdischen Rundschau. Gabriella Rosenthals Werke zeugen von einem alltagsnahen, heiteren und liebevollen Blick auf das spannungsreiche und vielfältige Leben in Jerusalem. Gleichzeitig verweist sie mit demselben Humor immer wieder auf ihre Münchner Vergangenheit und bringt so verschiedene Kulturkreise miteinander in Verbindung. Die Ausstellung wurde in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum realisiert und wird für das Jüdische Museum München umgearbeitet und adaptiert.

Jüdisches Museum München
Im Labyrinth der Zeiten. Mit Mordechai W. Bernstein auf den Spuren des jüdischen Deutschlands
17.03.2021 - 13.02.2022

Mordechai W. Bernstein (1905–1966) war Mitarbeiter des "Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts“ (YIVO) in Wilna, das 1941 nach New York übersiedelte, dessen Bibliothek und Archiv jedoch vom Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) geraubt wurden. Bernstein hatte nach 1945 den Auftrag, diese Bestände in Deutschland zu suchen. Während seines Aufenthalts, der von 1946 bis 1951 andauerte, besuchte er in rund 800 Orten Museen, Bibliotheken und Archive auf der Suche nach den Überresten der deutsch-jüdischen Kultur. Nach seiner Übersiedlung nach Buenos Aires veröffentlichte er in drei Bänden mit über 70 illustrierten Aufsätzen in jiddischer Sprache die Ergebnisse seiner Suche und schaffte so ein musée imaginaire der zerstörten deutsch-jüdischen Kultur. Die Ausstellung stellt 18 Objekte vor, denen Mordechai W. Bernstein im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland nachgespürt hat. Die Bandbreite reicht dabei von einer römischen Öllampe mit Menora über Modelle mittelalterlicher Ritualbäder bis zu einer hölzernen Grabstele aus dem Friedhof von Kriegshaber bei Augsburg.

Angebote des Museumspädagogischen Zentrums (MPZ)
Familien- und Ferienaktionen, Geburtstage für Kinder und Jugendliche im Museum, Veröffentlichungen, Programme für Klassen aller Schularten und Jahrgangsstufen und Kindertagesstätten, Fortbildungen

Veranstaltungskalender

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